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Gasmann
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Kritik: Gasmann (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit der Anti-Romanze "The Bicycle" legte der Regisseur Arne Körner 2015 ein beachtliches Langfilmdebüt vor. Auch seine neue Arbeit "Gasmann" ist eine Besonderheit in der deutschen Filmlandschaft. Die von Körner, Martin Prinoth and Akin Sipal gegründete Produktionsfirma Against Reality Pictures steht für unabhängiges Kino – und das wird hier abermals geboten.

"Gasmann" lässt sich als Charakterkomödie mit melancholischen Klängen bezeichnen. Die Hauptfigur ist kein Sympathieträger, eher ein Drifter, dem nichts so recht gelingen will. Umgeben ist er von skurrilen Typen und sehr viel Lokalkolorit. Der 1986 in Hamburg geborene Körner fängt den rauen Charme seiner Heimatstadt ein, nimmt uns mit in die rustikale Kneipe "Zum Silbersack" und blickt satirisch auf den städtischen Kulturbetrieb.

Wenn der bisher ziemlich erfolglose Schauspieler Bernd in die Entstehung eines hochambitionierten Theaterprojekts hineingezogen wird und dabei alle Launen des Regisseurs und seines Schauspiel-Kollegen ertragen muss, kommt es zu höchst absurden Momenten. Gleiches gilt für den durchweg männlich besetzten Literaturzirkel, dem Bernd beiwohnt und der eher einer fragwürdigen Selbsthilfegruppe gleicht. Der Plot mäandert auf gelassene Weise vor sich hin und wirft dabei auch kurze Schlaglichter auf die Lebens- und Arbeitssituationen der anderen Mitglieder des Zirkels, etwa im Lokaljournalismus.

Immer wieder kehrt "Gasmann" zu Bernds stagnierendem Dasein zurück. "Sie kaufen ja nur Zigaretten!", heißt es an einer Stelle empört. Rafael Stachowiak ist für die Hauptrolle die Idealbesetzung: Er beherrscht das lakonische Spiel und versucht gar nicht erst, uns zu gefallen. Auch das Casting der Nebenparts ist stimmig.

Fazit: Eine unkonventionelle, gut gespielte Tragikomödie, die zwischen Charakterstück, abseitigem Stadtporträt und Kunstsatire einen interessanten Weg geht.




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