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A-ha - the Movie
A-ha - the Movie
© Salzgeber & Co. Medien GmbH

Kritik: A-ha - the Movie (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nicht nur ihr Hit "Take On Me" (1985), auch der dazugehörige Clip ist weltbekannt, zählt er doch zu den Klassikern der gern übersehenen Kunstform des Musikvideos. Darin blättert eine junge Frau in einem Comic, bevor die Zeichnungen zum Leben erwachen und von den Seiten auf die Realität überspringen. Das Regieduo Thomas Robsahm und Aslaug Holm hat den Anfang und das Ende ihres Dokumentarfilms über die norwegische Popband a-ha in diesem Stil gestaltet. Ein kreativer Rahmen eines ansonsten vollkommen konventionellen Porträts.

Robsahm, der sich in der TV-Mini-Doku "Punx" (2015) bereits mit der norwegischen Punkszene befasst hat, und Holm, die sich unter anderem dem Attentat auf der Insel Utøya dokumentarisch näherte, schreiten die Stationen der Bandgeschichte chronologisch ab. Ausgangspunkt ist eine Tour im Jahr 2018, die das Regieduo begleitet und von der aus die Bandmitglieder auf ihre Anfänge zurückblicken. Sie kommen meist getrennt voneinander zu Wort, denn wie in so vielen anderen Musikgruppen haben sich auch diese drei Herren nicht mehr allzu viel zu sagen.

Robsahm und Holm gelingt ein aufschlussreicher Einblick ins Tourleben einer bekannten Popband und in deren kreativen Prozess im Tonstudio. Zwischen Konzerthallen, Hotelzimmern und Autogrammstunden wird schnell klar, dass a-ha abseits der Bühne ein zerstrittener Haufen ist, der jedoch jederzeit so professionell auftritt, dass er sich vor der Kamera kaum etwas davon anmerken lässt. Morten Harket, Pål Waaktaar-Savoy und Magne Furuholmen sind stets reflektiert, ruhig und selbstbeherrscht. Dadurch wirkt aber leider auch diese Doku allzu ruhig, aufgeräumt und aufpoliert – und letzten Endes: distanziert.

Fazit: Thomas Robsahm und Aslaug Holm haben einen Dokumentarfilm über die norwegische Popband a-ha gedreht, der von frühen Erfolgen und späten Comebacks handelt. Ihr Film ist informativ und konventionell erzählt und gestaltet. Leider geben die Bandmitglieder nicht allzu viel von sich preis, wodurch der Film bis zuletzt distanziert wirkt.




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