oder

Das Ende des Schweigens (2020)

Dokumentarfilm mit Spielszenen: Die Frankfurter Homosexellenprozesse zu Beginn der 1950er Jahre geschahen auf Grundlage des Paragrafen 175.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.7 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 3 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Zwischen 1872 und 1994 stellte der § 175 des deutschen Strafgesetzbuches sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe. In der Zeit des Nationalsozialismus, im Jahre 1935, wurde der Paragraf derart verschärft, dass schon ein Blick ausreichte, um eine Festnahme zu rechtfertigen. Zwischen 1933 und 1945 wurden circa 50.000 Männer wegen Homosexualität abgeurteilt, 5.000 bis 6.000 wurden in Konzentrationslager gebracht und mit einem rosa Winkel als Homosexuelle markiert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hielten die Alliierten am § 175 fest. Zwar erfolgten in den Jahren 1969 und 1973 Reformen – doch erst nach der Wiedervereinigung kam es im Jahre 1994 zur endgültigen Aufhebung des Paragrafen.

Bildergalerie zum Film

Das Ende des Schweigens - Christoph Gerard Stein als...chts)Das Ende des Schweigens - Verhoerszene mit Christoph...inks)Das Ende des Schweigens - Unter dem Eisernen Steg in...MainDas Ende des Schweigens - Das Ende des Schweigens -- OpferDas Ende des Schweigens - Subkultur in Frankfurt am Main


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Der Regisseur van-Tien Hoang schildert in seinem Dokudrama "Das Ende des Schweigens", wie auf Basis des § 175 des deutschen Strafgesetzbuches die Frankfurter Homosexuellenprozesse zu Beginn der 1950er Jahre geführt wurden. Der Paragraf stellte sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe – und legitimierte damit eine Jagd auf schwule Männer durch die Staatsanwaltschaft und die Polizei, zu einer Zeit, als viele glaubten, die Jahre der staatlichen Diskriminierung und Verfolgung lägen endlich hinter ihnen.

Zum einen lässt Hoang Zeitzeugen und historische Experten zu Wort kommen. Zu den Interviewten gehört Wolfgang Lauinger (1918-2017), der für die Rehabilitierung der Männer, die nach dem § 175 angeklagt und verurteilt wurden, kämpfte und der sich dafür einsetzte, das Vorhandensein nationalsozialistischer (Denk-)Strukturen in der Justiz der frühen Bundesrepublik (und darüber hinaus) zu problematisieren. Er selbst erhielt bis zu seinem Tod keine Entschädigung.

Zum anderen besteht "Das Ende des Schweigens" aus Spielszenen, in denen die Atmosphäre der beginnenden 1950er Jahre in der Bundesrepublik vermittelt wird. Im Zentrum befindet sich hier der junge Otto Blankenstein, verkörpert von Yvo Heinen. Als der verloren wirkende Mann, der viele Kontakte zur Stricherszene in Frankfurter hat, von der Polizei verhaftet wird, lässt er sich zum Kronzeugen machen, was zu etwa 100 Verhaftungen führt. Einer der Betroffenen ist Wolfgang Lauinger, der in den inszenierten Passagen von Christoph Gérard Stein gespielt wird. Die Szenen muten teilweise ein bisschen unbeholfen an. Dennoch gelingt es dem Film, zum Ausdruck zu bringen, welchen Bedrohungen schwule Männer vonseiten vermeintlicher Gesetzeshüter ausgesetzt waren und welch harte Freiheitskämpfe es erforderte, um diesen Zuständen zu entkommen.

Fazit: Eine überzeugende Vermittlung jüngerer Geschichte, die sich dem Thema kenntnisreich widmet.




TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Das Ende des Schweigens

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2020
Genre: Drama, Dokumentation
Länge: 79 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 02.12.2021
Regie: Van-Tien Hoang
Darsteller: Christoph Stein als Wolfgang, Nicole Goebel als Gerichtsschreiberin, Wolf Gerhardt als Thiede
Verleih: Gmfilms

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.