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G-Force - Agenten mit Biss
G-Force - Agenten mit Biss
© Disney Enterprises, Inc. and Jerry Bruckheimer, Inc. All rights reserved.

Kritik: G-Force - Agenten mit Biss (2008)


Putzig sind die Fellknäule ja schon, aber wenn ein Disney-Film in bester Bruckheimer-Manier daherkommt, kann man sich auf reichlich Stakkato-Effektgewitter und Hyper-Achterbahnaction gefasst machen. Bei soviel CGI-Verliebtheit und nachbrennerbeschleunigte Hochgeschwindigkeitsfahrten schwindet aber erwartungsgemäß der Raum, irgendwie noch eine halbwegs charmante Story erzählen zu können.

In einem (fast) vergessenen Labor der US-Regierung forscht der Wissenschaftler Ben Kendall (Zack Galifianakis) an der Tier-Menschkommunikation. Ganz nebenbei werden die Tiere zu Mini-Agenten der Superlative ausgebildet. Reichlich miniaturisiertes Equipment und Nano-Hitech-Gadgets stehen auch schon bereit. Die Elitetruppe besteht derzeit aus drei Meerscheinchen: Darwin (Squad-Leader), Blaster (Waffen- und Sprengstoffspezialist), Juarez (Martial-Arts-Expertin). Hinzu gesellt sich der Maulwurf Speckles (Hackergenie) und Mooch, die Stubenfliege (eine Art lebendige Aufklärungsdrohne).

Ihr erster Auftrag, das Ausspitzeln des Großindustriellen Saber (Bill Nighy), der sich nach außen hin als Haushaltsgeräte-Hersteller gibt, gerät aber zum Desaster. Prompt beschließt die Regierung das Projekt mit den tierischen Agenten ganz zu canceln. Und wie das mit ausrangierten Spionen ist: Sie sind nicht nur entbehrlich; am besten wäre es, sie hätten niemals existiert. Dabei sind sie die einzigen, die wissen, dass Saber, mittels zum Leben erweckter Haushaltsgeräte, die Weltherrschaft an sich reißen will. Aber wie das beweisen, wenn alle hinter einem her sind und man schon genug damit zu schaffen hat, aus einer Tierhandlung auszubüchsen, in die das Schicksal einen verschlagen hat?

Hier kommt mal alles zusammen: Ein familientauglicher Film, also witzig, aber nie zu derb, 3D-Animations-Technik vom Feinsten, Action bis die Schwarte kracht und die totale Absenz von Story, Plot und Hirn. Warum gerade wer was bei dieser Rollercoaster-Tour des Wahnsinns macht oder gerade verfolgt wird; wo es hingeht, warum alle nicht einfach nach Hause gehen und das FBI nichts besseres zu tun hat, als ein paar Pelzwuschel durch die Stadt zu hetzen, sollte (dem eigenen Geisteszustand zuliebe) gar nicht erst hinterfragt werden.

Schneller, weiter, feister, dreister – nein, halt Stopp: Da es kindgerecht und familientauglich ist, darf es natürlich nicht zu schmutzig werden. Im Klartext heißt das: man spart sich auch gleich alle halbwegs intelligenten Dialoge. Ausnahme: die Mäuse-Combo aus der Tierhandlung. Nicht, dass denen irgendwie intelligente Dialoge ins Mäulchen gelegt worden wäre, aber die Viecher sind derart naturstoned, dass es schon fast kultverdächtig ist. Zu ein paar platten Witzen reicht es schlussendlich auch, und der Bolidenfaktor katapultiert den Streifen auf einen Geschwindigkeitslevel, dass sogar die avisierte ADHS-Zielgruppe (mea culpa für diese politisch inkorrekte Anspielung) ausnahmsweise entspannt im Kinosessel ausharren kann. Obendrein scheint es gerade bei allen mächtig in Mode zu sein, ein paar Sidekicks in Richtung "Transformers" abzufeuern: Ob "Terminator: Salvation", "District 9", "Das Geheimnis des Regenbogensteins" und auch "G-Force"; alle scheinen einen Narren an den Blechkameraden aus dem All gefressen zu haben.

Fazit: Ausgestattet mit einem cineastischen Oberstübchen, dass dem Medium Film irgendwelche Storytelling-Qualitäten abgewinnen möchte, kann man sich beim Gang in "G-Force" die Drogen glatt sparen. Andererseits scheint es schon fast notwendig den Film mit einer eindeutigen Epilepsiewarnung zu versehen (nein, dass ist diesmal kein politisch inkorrekter Scherz). Wo hier der Spaß aufhört und der Schmerz beginnt, lässt sich mitunter schwer sagen. Nur eines ist sicher: Bill Nighy als Bösewicht ist hier eindeutig verheizt.




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