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Kritik: 17 Again (2008)


Noch einmal jung sein und erfahren wie heute; wer hat sich das nicht schon mal gewünscht? Die flotte, aber reichlich seichte Komödie „17 Again“ spielt genau mit diesem Motiv. In der Hauptrolle Zac Efron, Hollywoods begehrtester männlicher Jungstar.

Es ist 2009 und Mike O´Donnel blickt auf den Scherbenhaufen seines Lebens zurück: Vor 20 Jahren standen ihm noch alle Türen offen. Er war der Top-Player des Basketballteams seiner High School und manch ein College-Scout hatte bereits ein Auge auf ihn geworfen.
Ein Stipendium war beinahe sicher und die große Karriere zum greifen nahe. Mike entschied sich aber, das alles sausen zu lassen, als er erfuhr, dass seine Freundin Scarlet von ihm Schwanger war. Für ihn trat ab diesem Zeitpunkt die, im Entstehen begriffliche, Familie in den Vordergrund.
Wenn er sich heute sein Leben anschaut, ist er sich nicht mehr ganz sicher, ob das alles richtig klug war: Er hat einen mittelprächtigen Job, und eigentlich wäre es nach 15 Jahren treuen Lohnsklavendaseins Zeit für eine Beförderung; nur selbst da wird er übergangen. Seine Ehe ist ebenfalls am Ende. Inzwischen muss er sogar bei seinem High School-Kumpel Ned  (Thomas Lennon) wohnen, dem ehemaligen Technik-Freak und Schul-Nerd, der es inzwischen zum Multimillionär gebracht hat. Wenn Mike eine zweite Chance bekäme, würde vielleicht vieles anders laufen. Doch wie heißt es so schön? „Wenn die Götter uns bestraffen wollen, erhören sie unsere Gebete.“ Über Nacht wird aus dem Enddreißiger der Teenie-Mike (Zac Efron) des Jahres 1989. Und der darf sich nun im Hier-und-Jetzt zurechtfinden, bekommt aber auch die Gelegenheit, sein Leben neu zu beginnen.

„17 Again“ ist beileibe nicht die erste Komödie dieser Machart: In den 80ern mutierte Tom Hanks in „Big“ auf magische Weise über Nacht vom Kind zu einem Dreißigjährigen und vor einigen Jahren gab es das Remake „Dreißig über Nacht“ mit Jennifer Garner in der Hauptrolle. Hinzu gesellen sich noch eine Reihe Bodyswitch-Komödien, in denen Erwachsene mit Jugendlichen den Körper tauschen und Frauen in Männerkörpern aufwachen oder umgekehrt. Im Prinzip resultieren Komik, Charme und Skurrilität solcher Streifen immer aus der schrägen neuen Perspektive und den aberwitzigen Situationen, die sich ergeben, im Versuch in der neuen Haut zu überleben. Im Subtext gesellt sich bei „17 Again“ noch die Frage hinzu, ob Karriere wirklich besser als Familie ist - aber natürlich ist am Ende, bei einem amerikanischen Film, die finale Antwort vorprogrammiert.
Der Streifen würde es auch kaum nennenswert über das Niveau von Allerwelts-Teeniekomödien schaffen, gäbe es nicht den absonderlichen Kumpel Mikes: Der Sonderling, der es zu Reichtum brachte, ist ein Potpourri aller erdenklicher Nerdstereotypen: lebt ausschließlich in virtuellen Welten, läuft in Fantasy-Kostümen herum, spricht Elbisch, schläft in einem Bett, dass wie ein „Star Wars“-Gleiter aussieht; die Liste wäre beliebig fortsetzbar. Ohne diese Figur wäre „17 Again“ nur halb so unterhaltsam. Dieser schräge Vogel trägt teilweise sogar den ganzen Film. Besonderen Erinnerungswert werden seine Flirtversuche mit der Schulrektorin seines nun 17-jährigen Freundes hervorrufen. Fremdschämen garantiert!

Fazit: „17 Again“ ist nicht der Comedy-Brüller der Vorsommerzeit, aber durchweg gelungen komödiantisch durchinszeniert. Ein durchdachter Spaß, der seinen Charme aus der Kollision des 80er-Jahre Ich´s mit dem heutigen Teenager-Zeitgeist zieht. Alle Mitdreißiger könnten ein kleinwenig ins Grübeln kommen, dass sich aber schnell wieder relativieren sollte. Sehenswert ist der Streifen vor allem wegen der Supernerd-Freakshow, deren Metawitze aber nicht bei jedem gleich zünden könnten. Für einen vergnüglichen Kinoabend zwischendurch aber durchaus zu empfehlen.




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