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Surrogates - Mein Zweites Ich
Surrogates - Mein Zweites Ich
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Surrogates - Mein Zweites Ich (2009)


Mit immer schnellerem Rhythmus hält die Technik Einzug in unser Leben, und immer mehr Verantwortung geben wir tagtäglich damit ab. Wir beschreiten einen Weg, der uns immer enger mit diesen modernen Errungenschaften verbindet; scheinbar erhöhen sich, multiplizieren sich gar, die Freiheitsgrade dadurch: Mobiltelefone, Laptops und Smartphones verlinken uns jederzeit global mit dem Internet. Dieses ist längst zu vielmehr als dem virtuellen Abbild der Realwelt geworden. Und für viele ist der (dauerhafte) Aufenthalt dort weitaus verlockender, als die Zeit, die sie (noch) in der realen Welt verbringen. Sogennante Virtual-Reality-Filme gibt es inzwischen zuhauf. Mehr oder minder gemein ist allen der Umstand, dass ein oder mehrere Figuren in einer computergenerierten Welt (Cyberspace) wandeln, um dort große Taten zu vollbringen. Und natürlich unterliegen sie dort nicht den physischen Grenzen und Naturgesetzen, wie wir sie kennen.

Das Sci-Fi-Spektakel "Surrogates" dreht dieses Motiv einfach um. Immer noch gibt es zwar Abbilder von Menschen, die über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen, allerdings wandeln diese nicht mehr im Cyberspace umher. Die neuen Avatare ersetzen gleich mal komplett den echten Menschen. Niemand braucht mehr seinen Cybersessel zu verlassen, indem er gemütlich zu hause sitzt und seinen Androiden-Avatar fernsteuert. Dieser altert nicht, wird nicht müde, sieht immer gut aus, ist schneller und stärker als das echte, physische Ich und man kann sogar durch ihn Sex haben.

Es gibt kaum Begrenzungen; das mechanische Abbild muss nicht einmal dem Original entsprechen. Es ist möglich seine Hautfarbe und sogar das Geschlecht zu wechseln. Eine beunruhigende neue Welt, in der scheinbar auch kaum Risiken und Gefahren existieren. Was dem Avatar widerfährt, stößt nicht seinem User zu. Zumindest solange nicht, bis jemand, der offenbar gar nicht viel von dieser Entwicklung hält, einen Weg findet, den User ins Jenseits zu befördern, indem er sein ferngelenktes Androiden-Ich zerstört. Ein Fall für Agent Greer (Bruce Willis), der dafür sogar höchstselbst und ganz ohne Avatar ermitteln muss.

Bruce Willis, Topaction-Held der 80er und 90er ist mit einem Sci-Fi-Kracher zurück und liefert nebst durchgängig gut funktionierender Action auch eine Story, die mit einer ordentlichen Portion Gesellschafts- und Zivilisationskritik aufwartet. Nichts allzu Verkompliziertes, dafür aber eingängig und nachvollziehbar. "Surrogates" ist sicherlich kein brillantes Meisterstück, aber ein effektvoller Sci-Fi-Actionthriller, der viele bereits bekannte Motive einigermaßen kreativ neu miteinander kombiniert und das Thema Virtual-Realitys mal anders interpretiert. Willis beweist, dass der Action-Veteran, der auch schon im Charakterfach und bei seinen komödiantischen Ausflügen überzeugte, es immer noch kann. Und auch das Drumherum ist vom Plot bis zum Design her durchaus stimmig.

Fazit: Ob ein paar Schweinebacken hops nehmen, selbst die Welt als Topkiller unsicher machen, ins Comedygenre wechseln und sich als Charakterdarsteller hervortun: Bruce Willis präsentiert sich nicht nur als sehr facettenreich, er macht auch meistens eine gute Figur dabei. Mit "Surrogates" liefert er eine handwerklich fein umgesetzte Negativ-Utopie ab, die durchgängig gut unterhält und sogar ein wenig zum Nachdenken anregt.




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