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Lieber Verliebt
Lieber Verliebt
© Tobis Film

Kritik: Lieber verliebt (2008)


Catherine Zeta-Jones ist bestimmt der Traum notgeil... ähm nonchalanter gereifter Herren. Göttergatte Michael Douglas kann davon sicher ein Lied singen. Nachdem die Schöne und der Sexomane den Bund fürs Leben eingingen, ging die Karriere der attraktiven Schauspielerin nicht gerade steil aufwärts. Offensichtlich wurde sich mehr auf die Produktion von Nachwuchs konzentriert. Nun beehrt uns die Aktrice mit einer Allerweltkomödie, die einen aktuellen Gesellschaftstrend so flach wie möglich zur Vorlage nimmt.

Ein unfreiwilliges Blow-Job-Video bedeutet das Aus für das beschauliche Vorstadt-Leben der 40-jährigen Mutter und Ehefrau Sandy (Catherine Zeta-Jones). Auf dem Video ihr zukünftiger Ex-Mann (Sam Robards) und die Nachbarin. Aber nicht mit Sandy: Sie packt Koffer und Kinder und zieht kurzerhand nach New York. Es dauert auch nicht lange bis sie sich eingelebt hat und eine Karriere als Sportnews-Redakteurin startet. Einzig und allein Job, Kinder und Haushalt sind des Guten manchmal zuviel; eine Nanny muss her. Der smarte Aram (Justin Bartha) scheint auf den ersten Blick nicht die Idealbesetzung, aber warum es nicht mal mit einer männlichen Nanny probieren – vor allem, wenn sie so gut aussieht!

Das Umdrehen aller Klischees kann ebenso stereotyp wie das Klischee selbst sein. Nun ist es geradezu ein Trend in Hollywood, dass sich ältere Damen wesentlich jüngere Lover nehmen. Daher auch der Begriff "Toy-Boy". Die erfolgreiche Frau von heute braucht keinen Ernährer oder Beschützer, der sensible und formschöne, aber nicht zu maskuline Mann (bloß nicht wieder ein späteres Alpha-Männchen), der nicht zu eingefahren ist und nicht zu viele Widerworte gibt, steht hoch im Kurs.

Genau darum geht es im Kern bei "Lieber Verliebt". Eine reifere Dame fängt ein Verhältnis mit ihrer männlichen Nanny an. So manch ein Promi war schon mit dem Kindermädchen im Bett, warum also dieses Motiv nicht mal umkehren? Der neue Mann, der die Herzen dieser gestandenen Frauen erobert, ist intelligent, charmant, witzig, kinderlieb, gutaussehend, potent, einfühlsam, anpassungsfähig, kocht und putzt gerne und hat kein Problem damit, die zweite (oder dritte...) Geige zu spielen.

Es wäre ja auch nicht weiter schlimm einen Film zu machen, der mit diesem Motiv arbeitet; wenn nur im Ansatz ein paar parodistische Töne oder eine Spur Persiflage enthalten wäre. Vielmehr wirkt das Ganze aber wie die ersehnte Absolution, die sich manch eine Businessfrau für ihren alternativen Lebensstil wünscht. Und dann gerade von Catherine Zeta-Jones, die selber mit einem 25 Jahre älteren sexsüchtigen Super-Alpha verheiratet ist. Wenn es auch nur ein wenig selbstironisch gemeint wäre, hätte diese Facette noch eine gewisse Süffisanz, aber wahrscheinlich wurde sich dabei gar nichts gedacht.

Fazit: Komödie, die mit einigen plakativen Jokes aufwartet, die ähnlich schon dutzendhaft in anderen Filmen zu sehen waren. Das Thema hat einen gewissen Reiz und ermangelt nicht an aktuellen Bezügen, wurde aber dermaßen eindimensional umgesetzt, dass die Zielgruppe regelrecht auf die großstädtische Populationen von Hardcore-Businessemanzen schrumpft. Vielleicht reicht es ja für einen Box-Office-Erfolg, wenn sich jede 50 Kinokarten kauft?!





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