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The Mission
The Mission
© Rapid Eye Movies

Kritik: The Mission (1999)


Hongkongs Mann der Stunde ist Johnny To - der emsige Autor, Produzent und Regisseur hat für viele die Lücke gefüllt, die John Woo mit seiner Emigration hinterließ. Allein 1999 erschienen drei Gangsterfilme, darunter auch "The Mission". Der folgt als nächster bundesdeutscher Kinoeinsatz nach "Running Out of Time". Obwohl Fans wie Kritiker hingerissen Lobeshymnen anstimmen und entrückt über das Kino philosophieren: To ist lediglich ein versierter Techniker, der hochprofessionelle Genrefilme abliefert. Davon ist "The Mission" mit Abstand der beste: ein eiskalter Unterweltthriller, der - ganz Männerfilm - bei Wooschen Werten wie Freundschaft und Loyalität beginnt, in seiner respektvollen Distanz jedoch nie Emotionsausbrüche duldet. Aus Perspektive der fünf Leibwächter beginnt ein schweigsames Vabanquespiel mit dem Tod. Absichtlich verzichtet To auf fanatischen Actionrausch und bilderstürmenden Spektakel. Sein Blick ist ein minimalistischer, in Form wie Inhalt. Dadurch darben die Assoziationen, denn der Stil ist schnörkellos und fordert Hektik und Dynamik ein. Die bleibt aber aus - und für ein tiefgehendes, gar existenzialistisches Noir-Stück reicht Tos Talent nicht, trotz aller Liebe zum Detail. Melville und Huston flackern in den meist nächtlich-dunklen Bildern auf, doch die Psychologisierungen sind zu knapp, die Hintergrundinformation zu gering, um einen in den Abgrund ziehen zu können. Man kann sich an der kaltschnäuzigen, virtuosen Strenge kaum satt sehen. Weit mehr als die tradierten Riten hat Johnny To nicht zum Essay aus Understatement und Gewalt geformt - eine interessante Weiterentwicklung seit Hits wie "Heroic Trio" beobachtet man dennoch mit Anerkennung. Fazit: Ein sehr europäischer Thriller aus Hongkong im ausgefeilten Minimalismus-Stil, aber verschlossen bleibender Inhalt. Allein für seine formale Strenge ist Johnny Tos Werk den Besuch wert.




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