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Kritik: Süden (1988)


Zu Recht seinerzeit in Cannes mit dem Regiepreis ausgestattet erfährt Solanas Meisterwerk über die Verarbeitung der argentinischen Militärdiktatur eine Wiederaufführung. In der Geschichte des nach fünfjähriger Folterhaft entlassenen Floral, welcher durch die Nacht von seinem toten Freund begleitet wird, sucht Regisseur Solanas die großen Bilder. Ein fließendes Crescendo voller vielschichtiger Metaphern führt den Zuschauer in eine Welt aus persönlichen Gefühlen, verdrängten Ängsten und der Möglichkeit von Vergebung. Dabei erweist sich Solanas als humanistischer Optimist, der an eine Überwindung der Wunden aus der Zeit der Militärdiktatur glaubt. Durch die melancholische Musik im Verbund mit den gewaltigen Bilden entwickelt „Süden“ eine einzigartige Intensität, die sich zu einem flammenden Appell an die Kraft des Einzelnen verdichtet. Trotz der Vielzahl an Sünden und Verbrechen, welche im Namen der Militärs begangen wurden, muss man Wege für einen Neuanfang finden. Diese Grundaussage versucht „Süden“ über das geschickte Zusammenspiel seiner Elemente zu überhöhen, um so zu einer allgemeinen Aussage über den Umgang mit Unrechtsregimen zu kommen. „Süden“ ist ein Gesamtkunstwerk, dessen gelungenes Ineinandergreifen aller Einzelteile ein überzeugendes humanistisches Bedeutungsgeflecht ergibt.





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