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Pumuckl und sein blauer Klabauter
Pumuckl und sein blauer Klabauter
© Croco Film

Kritik: Pumuckl und sein blauer Klabauter (1993)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Für Kinder, die in den 1980ern aufgewachsen sind, war dieser TV-Termin Pflicht. Mit der krächzenden Ankündigung "Hurra, hurra, der Pumuckl ist da" stimmte der kleine Klabauter mit einer Vorliebe fürs Dichten sein junges Publikum auf jede Menge Schabernack ein. 30 Jahre nach dem Ende der Fernsehserie kommt das zweite Spielfilmabenteuer der von Autorin Ellis Kaut erdachten und Zeichnerin Barbara von Johnson entworfenen Figur noch einmal in die Kinos. Die liebevoll animierten Tricksequenzen haben auch heute nichts von ihrem Charme verloren. Insgesamt ist der Film indes schlecht gealtert.

Das liegt in erster Linie an der Geschichte, die den frechen Kobold mit den roten Haaren aus seinem gewohnten Umfeld reißt. Der von Gustl Bayrhammer stets so urig-sympathisch verkörperte Meister Eder kommt nur am Rand vor. Für den bayerischen Volksschauspieler war es die letzte Rolle. Bayrhammer starb im April 1993, knapp ein Jahr vor dem Kinostart und ist im Film größtenteils auch nur zu sehen. Viele seiner Szenen mussten aufgrund der schlechten Tonqualität von Wolf Euba nachsynchronisiert werden. Die aus den Hörspielen, Büchern und der Fernsehserie bekannte, väterlich-kindliche Dynamik zwischen Pumuckl und Eder kommt an Bord des Donau-Dampfers nie recht auf. Towje Kleiner lässt als Schiffskoch Odessi zwar seinen ganzen Charme spielen, hat wie alle Darsteller aber mit der mittelmäßigen Handlung zu kämpfen.

Horst Pillaus Drehbuch setzt zu sehr auf Pumuckls kleine Streiche und verliert darüber die Geschichte aus den Augen, die durch zu viele Nebenstränge zunehmend zerfasert. Nebenfiguren wie der Berufsquerulant Bradtke (Heinz Eckner), Nachbarin Riedinger (Enzi Fuchs) oder die Kinder Sandra (Petra Benovsky) und Thomas (Mathias Rothammer) bleiben ebenso blass wie der Nebenstrang um Odessis Flirt mit Bradtkes Tochter Carolin (Carin C. Tietze) schwach bleibt. Auch die Rolle des blauen Klabauters und dessen Absichten sind bis zuletzt undurchsichtig. Als Bösewicht agiert er nicht konsequent genug. So plätschert Pumuckls zweites Kinoabenteuer etwas zu gemächlich die Donau hinab. Einer neuen Generation Pumuckl-Fans werden die gelungenen Späße des Kobolds aber dennoch gefallen.

Fazit: "Pumuckl und der blaue Klabauter" ist immer noch ein liebevoll animierter und erzählter Spaß für Klein und Groß. Das tollste Abenteuer des frechen Kobolds war der Film aber schon zu seinem Kinostart vor 25 Jahren nicht. Die Handlung ist nicht fokussiert genug, viele Figuren bleiben blass. Pumuckls Pointen aber sitzen.




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