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Kritik: Außer Atem (1959)


Der Reigen von Wiederaufführung am 5. Juli beschert dem deutschen Kinozuschauer auch Jean-Luc Godards Erstlingswerk "Außer Atem". Über die Figur des Kleinganoven nähert sich Godard existentiellen Fragen wie Liebe und Tod. Dabei verzichtet Godard auf eine Überdramatisierung des Gangsters und zeigt ihn statt dessen als "normalen" Menschen. Die Ereignisse unterscheiden sich in den nicht kriminellen Handlungen bis auf wenige Ausnahmen kaum von dem Leben eines Arbeiters, so dass der Gangster wie ein gewöhnlicher Berufstätiger erscheint. Mit dieser Verschiebung zum klassischen Hollywoodfilm schafft es Godard der gängigen Figur – Vorbild für Belmondo war Humphrey Bogart – neue Aspekte abzugewinnen, welche letztendlich von einer pessimistischen Weltsicht getragen werden. Besonders interessant sind bei einer erneuten Sichtung des Films die zahlreichen Regelverstöße, welche Godard beging und die heute bereits Teil der allgemeinen Filmsprache geworden sind. Damals glaubte man aber, dass dies nur an der Unerfahrenheit des ehemaligen französischen Cahier du Cinéma-Kritikers liegen könnte. So findet man in "Außer Atem" erstmals die Technik des Jump-Cuts, welche zum einen die Maxime vom unsichtbaren Schnitt zerstörten und zum anderen zu einer Rhythmisierung des Films führen sollte. Solche sowie andere filmische Innovationen machen "Außer Atem" zu einem Meilenstein der Filmgeschichte, dessen Wiederaufführung man sich nicht entgehen lassen sollte.





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