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Kritik: Planet der Affen (2001)


Die Story ist bekannt: Alle Macht den Affen, Menschen in die Sklaverei. Im von Rassenunruhen erschütterten Amerika von Martin Luther King war solch eine Allegorie gewagt und provokant. Kein Wunder, dass Franklin J. Schaffners Originalverfilmung von Pierre Boulles Roman vor 33 Jahren hohe Wellen schlug, zumal die Machart seinerzeit die Grenzen des Gewohnten überschritt. Und Jerry Goldsmiths atonaler Score gilt sogar heute noch als Meilenstein der Filmmusik. Derzeit ist man in Hollywood von einer solchen Aufbruchstimmung weit entfernt. Teure Filmprojekte müssen massentauglich, also jugendtauglich sein: Jeder ab 13 soll ein Kinoticket lösen dürfen. Angesichts solcher Vorzeichen ist eine kommerzielle Neuverfilmung von „Planet der Affen“ ziemlich überflüssig. Trotzdem keimt Hoffnung auf: Immerhin heißt der Regisseur Tim Burton ("Batman"), und dessen Einfallsreichtum hat schon manchen Film gerettet . Burtons Hommage, die er als Auftragsregisseur realisierte, ist allerdings stromlinienförmig – und musste den strikten Moralvorstellungen von „Mainstream-USA“ genügen. Richtige Affenliebe zwischen Menschen und Primaten war da natürlich ein Tabu. Burtons Aufguss ist ein Sci-Fi-Abenteuerfilm für Popcorn-Abende – gefällig inszeniert und ohne jeden Mut zum Risiko. Schaut man etwas genauer hin, entdeckt man eine nicht gerade logische Geschichte, die zum aufwändigen Finale hin sogar in blanken Unsinn mündet. Auch das neue, bis zuletzt geheim gehaltene Ende ist bei näherer Betrachtung nur ein Witz: „Ape Lincoln“ – mehr wird nicht verraten. So ist das Highlight dieses Films Helena Bonham Carter, die ein nettes Affenmädchen spielt – und ein Cameo-Auftritt Charlton Hestons, der vor allem eines zeigt: nämlich wie farblos Nachfolger Mark Wahlberg doch in seiner Rolle ist. Rick Bakers Make-up-Künste sind phänomenal und garantieren ihm wohl einen weiteren Oscar. Tim Burtons Potenzial hingegen bleibt weit gehend ungenutzt – und das ist eine Affenschande.





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