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Bebe Neuwirth, Puppe, Rob Schneider - Die Legende von...cchio
Bebe Neuwirth, Puppe, Rob Schneider - Die Legende von Pinocchio
© Warner Bros.

Kritik: Die Legende von Pinocchio (1996)


Wer kennt ihn nicht, den hölzernen Bengel Pinocchio, dessen Nase Lügendetektorfunktionen aufweist und der sich am Ende in einen richtigen Jungen verwandeln darf? Nach drei Zeichentrickversionen (1940, 1972 und 1976) stakst die Holzpuppe nun erstmals lebensecht durch eine aufwendig gestaltete Realwelt, besteht Abenteuer in Walbäuchen und fantasievollen Vergnügungsparks. Für einen vornehmlich an ein Kinderpublikum gerichteten Film verschreckt das bekannte Märchen des Italieners Carlo Collodi allerdings mit seinen diabolischen Fratzen.

Ohne Umschweife steigt Barron in das Märchen vom Lausebengel Pinocchio ein, dessen Spielkameraden sich häufig künstlicher bewegen als die aus Jim Hensons Creature Shop stammende Puppe. Als Handlanger des Chilischoten verschlingenden Bösewichts Lorenzini (wer sonst als Udo Kier könnte den unsympathischen "Feuerfresser" besser widergeben?) scharwenzeln Felinet (Bebe Neuwirth) und Volpe (Rob Schneider) entsprechend dem Original Katze und Fuchs um Pinocchio herum. Größter Sympathieträger aber ist die kleine sprechende Heuschrecke (vielleicht ein Bruder der Grille aus "James und der Riesenpfirsich"?), die dem sich nach einem richtigen Jungendasein sehnenden Pinocchio mit belehrenden Ratschlägen zur Seite steht.

Regisseur Steve Barron zeichnet zwar die böse Welt des teuflischen Lorenzini, der sich später in ein nach verfaulten Pfefferschoten stinkendes Walungeheuer verwandelt mit tollen Special Effects und grauslichen Masken schauerlich schön nach, schockt damit aber die Zielgruppe der kleinen Kinofreunde. Gefallen dürften dafür die Szenen im Klassenzimmer, wo Pinocchios Lügennase an die fünf Meter lang wird und ähnlichen Schaden anrichtet wie geschulterte Leitern in Slapstickfilmen ala Charly Chaplin und "Dick und Doof". Ähnlich wie die Komiker bewegt sich Pinocchio, kaum daß Meister Geppetto (Martin Landau) die "perfekteste aller Nasen" fertiggeschnitzt hat, so selbstverständlich über Dächer und durch Gassen, imitiert und karikiiert unterschiedlichste Gangarten, als wäre er alles andere als ein starres Stück Brennholz gewesen.

Schade, daß sich Pinocchio am Ende in einen echten Jungen verwandelt.




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