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Kritik: Barb Wire (1996)


Welche Voraussetzungen, denken Sie, muß eine Schauspielerin erfüllen, um möglichst präzise die apokalyptische Comic-Figur "Barb-Wire" zu spielen? Sie muß möglichst "scharf" sein und möglichst wenig anhaben... Pamela Anderson Lee spielt die dralle Blondine Barb Wire (Stacheldraht), die tagsüber die Geschäftsführerin des "Hammerhead"-Clubs ist und sich des Nachts auf ihre "Triumph" schwingt, um ihrer Lieblingsbeschäftigung als Kopfgeldjägerin nachzugehen. Leicht kommt der Zuschauer auf eine prägnante Charakterisierung ihrer Figur - die Domina-Barbie ist nur eine davon. In einem Moment zart und zerbrechlich, im nächsten knüppelhart und erbarmungslos. Selbst ein gelegentlicher Kinogänger wird ohne besondere Schwierigkeiten schnell erkennen, daß die Adaption von Regisseur Charles Pfarrer eine Aufarbeitung des Drehbuchs von "Casablanca" ist. Barb Wire spielt die Rolle des Humphrey Bogart und Jack Noseworthy als Barb's Bruder die des "play it again - Sam!"; Temuera Morrison verkörpert als Freiheitskämpfer, der versucht, einen wichtigen Widerstandsführer in Sicherheit zu bringen, Ingrid Bergmanns Pendant; Steven Railsback als der korrupte Polizeichef die Rolle Claude Rains; und verschiedene Darsteller als Mitglieder des Kongresses den Part der Nazis, die in diesem Fall versuchen, Amerika einzunehmen. Alle Rollen entwickeln sich recht ordentlich. Das Hauptaugenmerk ist und bleibt aber über die gesamte Länge des Filmes Pamela Anderson. Es ist ein eintöniges Schauspiel einer eintönigen Schauspielerin und im Verlauf der Handlung gerät "Barb Wire" immer näher an den Rand eines Softpornos - obwohl keine Sexszenen vorhanden sind. Pamela Anderson ist die brutale Barbie, die den Bösewichten das Leben schwer macht - das ist auch schon alles, was der Film ihr abverlangt. Lassen Sie es mich mit einem Motiv aus dem Film ausdrücken: Eine zweirädrige TRIUMPH ist ein imposantes Stück Technik - der, auf der Pamela Anderson sitzt, ist leider der Treibstoff ausgegangen.




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