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Kritik: Jane Austens Verführung (1995)


Der verschuldete Sir Elliot muß den Familiensitz “vermieten”, um sich und seinen Töchtern den ausschweifenden Lebenswandel weiter zu ermöglichen. Er zieht mit der standesgemäß dekadenten Tochter Elizabeth in den Badeort Bath. Anne, das Aschenputtel aller naher und ferner Verwandten, wird zur verheirateten Schwester verschickt. Doch das trifft sie nicht besonders: Anne Elliot ist grundsätzlich bescheiden, seit acht Jahren unglücklich verliebt und eher der Poesie als der eitlen Gesellschaft zugetan. Zudem bringt der Untermieter, ein gegen Napoleon erfolgreicher Admiral, seine Familie und damit viel Aufregung in die Gegend. Denn der attraktive, sehr männliche Captain Frederik Wentworth ist nicht nur Annes unglückliche Liebe, er verdreht auch den jungen, albernen Fräuleins und Frauen reihenweise den Kopf. Aber Anne spielt weiter am Klavier zum Tanzvergnügen der anderen auf.
“Jane Austens Verführung” hat vom Thema der jungen Damen, die nach sozialem Abstieg ihre Liebe verfolgen, Ähnlichkeiten zu Ang Lees “Sinn und Sinnlichkeit”. Kein Wunder - beiden Filmen liegt ein Roman von Jane Austen zugrunde. Der Mammon bildet bei Austen erneut den (verurteilten) Maßstab für Menschen und ist Grund allen Übels. Der große Liebesroman “Verführung”, der gattungsgemäß mit einem langen Kuß endet, betont jedoch zu deutlich das gesellschaftliche Unrecht gegenüber Anne und anderen zarten Seelen. Sein Verdienst liegt darin, diese gefühlsfeindlichen Mechanismen fesselnd darzulegen.






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