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Sam Bould in 'Hollow Reed - Lautlose Schreie'
Sam Bould in 'Hollow Reed - Lautlose Schreie'
© Senator

Kritik: Hollow Reed - Lautlose Schreie (1995)


Es gibt zwei Arten von Spielfilmen, solange es schon das Kino gibt: Da sind die einen Filme, die Dinge und Vorgänge darstellen, so wie man sie vorher noch nicht gesehen hat. Diese Filme sind der Realität unserer Welt verpflichtet, sie bringen das Unterbewußte, die innere Substanz, an die Oberfläche. Die anderen Filme sind Spektakel und zielen auf den Schaubudeneffekt. Sie konzentrieren
sich auf die Sensation und meistens auf das Publikum. “Lautlose Schreie” ist ein Film der außergewöhnlich einfühlsam seine Geschichte aufrollt: Hannah (Joely Richardson) hat sich von ihrem Mann Martyn (Martin Donovan) getrennt, weil er offen seine Homosexualität auslebt.
Ihr gemeinsamer, neunjähriger Sohn, Oliver (Sam Bould) lebt bei Hannah. Oliver wird von dem neuen Partner seiner Mutter geschlagen und seelisch mißhandelt.
Frank (Jason Flemyng) hat selbst eine unerträgliche Kindheit durch seinen harten Vater durchleben müssen. Hannah hat nur Augen für ihr neues Beziehungsglück und wundert sich nicht um die ständigen ernsthaften Wunden ihres Sohnes. Diese reichen von Platzwunden bis Knochenbrüchen. Obwohl Oliver
niemanden die wahren Ursachen seiner Verletzungen verrät, merkt Martyn ziemlich schnell, daß Frank der Täter ist. Weil Hannah Martyn nicht glaubt, klagt Martyn um das Sorgerecht für Oliver.
Der Film endet nicht damit, daß der Täter im Gerichtssaal im amerikanischen Stil überführt wird, sondern daß die betroffenen Eltern selbst zum Wohle des Kindes handeln. “Stille Schreie” läßt die Idee, daß der Gerechtigkeit durch Anwälte, Verteidiger und Ankläger verholfen werden kann, hinter sich. Der Film wird in keiner Minute rührseelig oder vielleicht langweilig. Die präzise Gestaltung der Realitätsnähe ist die Qualität von “Stille Schreie” und ein absolutes Muß für diejenigen Jugendlichen und Erwachsenen, die mehr über dieses Thema erfahren wollen.





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