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Kritik: Eine Couch in New York (1996)


Komödiantischer Psychotanz

Was dem einen sein Koffer in Berlin, ist dem anderen seine Couch in New York. Oder das Appartement inmitten von Paris. Ein ozeanübergreifender Wohnungstausch verändert das Leben zweier Menschen, die zunächst nicht mehr gemeinsam haben als das Medium Zeitung und den Wunsch nach Luftveränderung. Ohne die beiden Hauptdarsteller Juliette Binoche und William Hurt jedoch würde diese entspannende Komödie im Überangebot der Neustarts untergehen. Den Koffer in Berlin haben die Beteiligten an dieser ersten Komödie von Chantal Akerman (bisher hauptsächlich Dokumentarfime) durchaus gebraucht: sieben Wochen lang wurde in den Babelsberger Filmstudios gedreht. Paris und New York waren so gesehen nur wenige Meter voneinander entfernt. So gemächlich, wie es sich dadurch zwischen den beiden Metropolen wandeln ließ, kommt auch diese Annäherungskomödie daher. Was für den amerikanischen Psychiater Henry (William Hurt) als "Ablenkungsmanöver" vor den Problemen seiner Patienten beginnt und sich über eine kleine Zeitungsannonce konkretisiert, entwickelt sich am Ende zu einer romantischen Geschichte. Béatrice (Juliette Binoche), die zunächst unbekannte Wohnungstauschpartnerin, flüchtet ihrerseits vor ihren vielen Verehrern. Hier wie da staunen beide über die Welt des anderen, versuchen sich für den sechswöchigen Aufenthalt einzurichten und wohlzufühlen. Während Béatrice ein echtes Luxusappartement vorfindet, muß sich Henry durch Berge unaufgeräumter Klamotten wühlen und mit einem geplatzen Wasserrohr kämpfen.
Zwei Wochen hält er's in diesem Schlammassel aus, dann fliegt er zurück. Und stellt fest, daß Béatrice sich als seine Urlaubsvertretung pudelwohl fühlt. Wäre er nicht so schüchtern, er hätte ihr seine Meinung sofort gegeigt. So aber wählt er den komplizierten Weg über einen Termin auf der eigenen Psychiatercouch. Wer da einmal liegt, dem sei für nichts garantiert. Belustigend und leicht, mehr auf Situationskomik denn auf sprachliche
Durchschlagskraft bedacht, gefällt diese romantische Komödie vor allem in jenen Momenten, in denen der Clou so gut wie offensichtlich ist. Dadurch hängt zwar die Spannung manchmal durch, fängt sich aber durch geschickte Wendungen meist wieder.




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