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Kritik: Kopfgeld (1996)


Hop oder top - keiner wird gewinnen
Der Preis ist heiß. Zurück aus dem Mittelalter muß "Schottenrebell" Mel Gibson sich als stinkreicher Familienvater Tom Mullen mit neuzeitlichen Wegelagerern auseinandersetzen. Die fordern für den gekidnappten Sohn zwei Millionen Dollar Lösegeld. Mullen kontert: via Fernsehen münzt er das stolze Sümmchen in Kopfgeld auf die Ergreifung der Entführer um. Knisternde Spannung und Emotionsexplosionen hüben wie drüben sind vorprogrammiert. Bis zu einem gewissen Grad ist der Ausgang des Dramas also vorhersehbar. Ganz so simpel wollte "Apollo 13"-Regisseur Ron Howard seinen Alptraum dann aber doch nicht enden lassen. Weil Jimmy Shaker (Gary Sinise), Drahtzieher der zappeligen
Gelegenheitskriminellen, noch eine zweite Identität auf Gesetzesseite
besitzt, kann er durch diese "Hintertür" ungeschoren, ja als gefeierter Held wieder aus der Unterwelt auftauchen. Weil Howard das Spiel des sinistren Gauners aber schon im ersten Viertel des Films aufdeckt, wissen die Zuschauer mehr als der in die Enge getriebene Mullen. Und so zündet Howard zum guten Schluß des 1956-er-Remakes "Menschenraub" mit Glenn Ford noch mal eine Rakete, die sich gewaschen hat. Doch "Kopfgeld" erzählt nicht allein von den "Bösen" hier und den "Guten" da. Tom Mullen ist nicht der brave und smarte Multi, der in der Eingangssequenz einen neuen Werbespot seiner erfolgreichen Airline in entsprechendem Nobelstil über den Dächer von Manhattan feiert. Erkauft hat er seinen Reichtum mit Bestechungsgeldern, und mit dem Entführungsfall kurz darauf wird auch seine Ehe (als Partnerin: Rene Russo) gewaltig auf die Probe gestellt. Mit den kleinen Streitereien bei den Mullens, dem egoistischen Alleingang des Vaters, aber auch den Uneinigkeiten bei Entführers verdichtet Howard das Drama mit einem bemerkenswerten Gespür für leise Töne. Wo Gibson ist, darf freilich auch die Action nicht fehlen. Folglich purzelt der kleine Australier über Motorhauben im dichten New Yorker Verkehr.
Bewertung: 3 / 5 Punkte





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