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Kritik: Space Cowboys (2000)


Wem die Story von "Space Cowboys" irgendwo bekannt vorkommt, der braucht sich nicht zu wundern. Im Jahre 1998 spielte ein Film namens "Armageddon" mit ganz ähnlicher Handlung einen ganzen Batzen Geld ein. Mir scheint, dass Clint Eastwood den aus handwerklicher Sicht miserablen Film damals gesehen hat und sich dachte: Lass mal Papi ran. Und wirklich, Papi kann es besser!
Gleich die ersten Szenen zeigen, dass bei diesem Film mit Ken Kaufman und Howard Klausner zwei sehr gute Drehbuchschreiber am Werk waren. Der Dialog sitzt, der Humor funktioniert, die Figuren sind schnell und sicher umschrieben. So sollte es aussehen. Hinzu kommt, dass Clint Eastwood eine sehr gute Regieleistung vollbringt und aus seinem altgedienten Team wieder eine weit überdurchschnittliche Leistung zaubert. So greifen der Schnitt von Joel Cox, die Musik von Lennie Niehaus und die Kamera von Jack Green hervorragend ineinander. Das erwartet man eben auch von einem eingespielten Top-Team, das schon mehrere Oscar-Filme betreute.
Auffällig ist nur, dass "Space Cowboys" in zwei fast schon gänzlich unterschiedliche Teile zerfällt. Die ersten zwei Drittel bestehen vor allem aus der Rekrutierung des alten Teams und dessen Ausbildung auf dem NASA-Gelände. Dieser Teil ist sehr locker, teilweise urkomisch (weshalb ich auch nicht zu sehr in Details gehen will) und stimmig inszeniert. Der zweite Teil spielt dann im Weltraum. Hier packt Eastwood all seine Routine aus, präsentiert gekonnt die guten Effekte, spielt mit Spannungselementen und kippt eine gesunde Portion Pathos darüber. Beide Teile für sich sind hervoragende Stücke Kino. Nur scheinen sie auf den ersten Blick nicht ganz zusammenzupassen. Auf den zweiten Blick aber offenbart sich, dass Eastwood seine Zuschauer durch den ersten Teil schon in eine etwas distanzierte Haltung gebracht hat. Erst dadurch fallen manche Elemente, wie extremer Heldenmut und Stolz, nicht mehr negativ auf, sondern werden zu einem zurückhaltenden und ironischen Pluspunkt.
"Space Cowboys" bietet Unterhaltung pur. Er ist ein sehr witziger und durchaus auch mitreißend-spannender Unterhaltungsfilm, vollgepackt mit allem, was gerade "Armageddon" fehlte. Die überzeugende Altherrenriege zeigt es solchen Jungspunden wie Bruce Willis noch einmal gehörig und Regisseur Clint Eastwood erklärt auf sehr unterhaltsame Weise, wie man einen Film technisch wirklich umzusetzen hat. Danke für diese Lehrstunde, so macht Schule Spaß!

Knut Brockmann


In Ehren ergraut: Western- und Action-Held Clint Eastwood ("Erbarmungslos") vagabundiert seit Jahren durch die Genres, um diese überaus erfolgreich neu zu definieren. Augenzwinkernd lehnt er sich zurück und lässt den Charme des souveränen Profis spielen, der sich und seinem Publikum schon lange nichts mehr zu beweisen hat.

Mit seinem Rentner-"Armageddon“ landet der Ehrenoscar-Preisträger wieder einen neuen Coup. Tommy Lee Jones, Donald Sutherland, James Garner und James Cromwell: Die ehrenwerte alte Garde Hollywoods verziert das wundersame Weltraumabenteuer.

Hat man die unglaubwürdige Prämisse – Männer jenseits der 60 als Krisen-Astronauten – erst mal geschluckt, wird man Zeuge eines witzigen, ironischen und überaus charmanten Spiels mit Stereotypen. Viele, vielleicht ein paar zu viele Pointen münzt Clint Eastwood dabei auf sein eigenes Alter.

Eastwood in seiner Dreifaltigkeit als Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller kann dafür auf die ganze Hektik und die atemlosen Schnitte eines Michael Bay verzichten. Sein Ansatz ist vielmehr solide: Anständige Unterhaltung ohne unnötige Showeffekte – nicht das Ego eines Regisseurs, sondern der Zuschauer steht hier im Mittelpunkt. Dabei kann „Space Cowboys“ sich optisch mit den Allerbesten seines Genres messen – dank ILM, der weltbekannten Effekteschmiede von George Lucas.





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