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Harriet die kleine Detektivin
Harriet die kleine Detektivin
© United International Pictures

Kritik: Harriet die kleine Detektivin (1996)


In ihrem schmierigen gelben Regenmantel könnte Harriet die Tochter von Kalle Blomquist, dem Meisterdetektiv, sein: Sie notiert alles, was ihr unter die Augen kommt, kennt die Geheimnisse der Nachbarschaft und alle kleinen Eigentümlichkeiten der Mitschüler. Die Welt von Harriet scheint mit lauter netten, harmlosen Filmkindern bevölkert. Alle sind durch die Kamera und in ihren Eigenschaften etwas überzeichnet, nicht nur die Streberin Mariane mit dem gestärkten Spitzenkragen und der mächtig eingebildeten Nase. Auch die Erwachsenen machen Spaß: Da ist der Katzenliebhaber Birdland mit seinen wunderbaren Vogelbauern oder das eigenwillige Kindermädchen Golly (Rosie O'Donnell), das Harriet zu einem starken, selbständigen Mädchen aufzog.
Doch zu der Trennung von Golly kommt eine andere Katastrophe. Die Mitschüler klauen Harriets Notizbuch und sind über die versammelten Wahrheiten keineswegs erfreut. Ehemalige Feinde und Freunde vereinigen sich zu einer gemeinen Front, das Leben wird zur bösen Falle und die Eltern verstehen überhaupt nichts. Harriet muß lernen, muß eine Entscheidung treffen, die nicht so banal ist wie im Kinderfilm oft üblich. Mit Gollys Hilfe erfährt Harriet Abstufungen von Wahrheit und Lüge.

"Harriet, die kleine Detektivin" - ein Film für Kinder ab 6 Jahren - fällt vor allem durch die Machart auf. Sequenzen wie vom Videoclip und die zeitweise sehr schräge, schnelle Kamera verweisen auf den Hausstil von Nickelodeon. Aus losen Szenen und verspielten Impressionen erwächst sehr langsam die dann doch konventionelle Handlung. Der amerikanische Filmproduzent Paramount Picture und der internationale Kindersender Nickelodeon sind beide Töchter des Viacom-Konzerns! So entstand der erste Nickelodeon-Kinofilm. Und so langsam entwickelt sich eine Vorstellung davon, wie sich ein Sender ganz ohne Werbung doch lohnen kann.





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