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Kritik: Star Trek - Der erste Kontakt (1996)


Die Kugel rast auf ihr Ziel zu, doch kurz vor der Entscheidung wird sie abgefangen. Im Kielsog verfolgt die neue Enterprise E das Borg-Geschoss durch Zeit und Raum. Doch die Crew um Captain Jean-Luc Picard kommt zu spaet: Die Sensoren finden auf der Erde eine Bevoelkerung von 9 Milliarden Borg. Irgendwo muss diese Rasse aus technisch aufgeruesteten Simulatoren den Lauf der Geschichte entscheidend veraendert haben. Picard und sein Team folgen den Spuren der Borg bis kurz vor dem Wendepunkt: “Der erste Kontakt”. Auch nach diesem atemberaubend rasanten Start gibt es kaum Zeit zum Verschnaufen: Auf der Erde, im April 2063, baut eine Kolonie von Ueberlebenden des 3. Weltkrieges an der Phoenix. Das erste Raumschiff mit Warp-Geschwindigkeit wird bei seinem Jungfernflug die Aufmerksamkeit von Vulkaniern erregen. Sie entschliessen sich, den rueckstaendigen Planeten Erde doch zu besuchen und aus dem “ersten Kontakt” erwaechst eine Zeit von Frieden und Fortschritt fuer die ganze Welt.

Allerdings befindet sich Zefram Cochrane, der Entwickler der Phoenix, in einem bedauernswert alkoholisierten Zustand. Er passt so gar nicht zum verehrten Bild das die Zukunft feiern wird. Und waehrenddessen wird die Enterprise von den Borg uebernommen, die sich eingenistet haben und unaufhaltsam das gesamte Schiff assimilieren: Widerstand scheint zwecklos. Die Borg sorgten schon in mehreren TV-Folgen von “Star Trek: Die naechste Generation” fuer exzellente Spannung, indem sie Picard entfuehrten und zu einem der ihren machten. Die Rueckkehr der Borg, gibt auch dem achten Kinofilm der Enterprise Klasse. Keiner denkt mehr an Captain Kirk und die letzten beiden Ansammlungen von Selbstberaeucherung und -ironie.

Zeitreisen, als sehr prickelnde Gegner die Borg - und sie sehen wirklich nicht schwedisch aus - sowie eine dicht gepackte Handlung gehoeren zu den Pluspunkten. Data hat seinen grossen Auftritt in einer faszinierenden Liebesgeschichte. Als Gefangener der Borg kuemmert sich deren Koenigin speziell um die Maschine mit Menschenkoerper. Es geht um den Geheimcode zum Enterprise-Computer, doch zwischen den beiden emotionslosen Wesen springen mehr Funken als in kompletten romantischen Vierteilern.

In Tradition ganz frueher Star Trek-Zeiten haftet den Borg eine dichte Schicht Antikommunismus an: Wie ein Ameisenstaat gibt es bei ihnen keine Individualitaet, eigentlich ist Borg nur EIN Wesen. Allerdings laeuft Picards hasserfuellte Ansprache gegen den geo- und kosmo-politischen Dominoeffekt ins Leere. Wegen der Dickkoepfigkeit
eines alten Mannes brauche man nicht das ganze Team zu opfern, meint eine junge Dame. Wer weiter interpretieren moechte, findet in den alles-assimilierenden, hochtechnisierten Borg schnell die Japaner wieder - allerdings sind erstere ueberhaupt nicht freundlich.

Regie fuehrte erneut ein Besatzungsmitglied der Enterprise: Nach Captain Kirk (William Shatner, Star Trek V) und Spock (Leonard Nimoy, Star Trek III IV) uebernahm Commander William Riker (Jonathan Farkes) die Bruecke. Neben dem Buch (Rick Berman, Brannon Braga, Ronald D. Moore) stimmen auch Kamera, Tricks und Besatzung. Nach
diesem "Kontakt" kann man der Kino-Serie wieder wuenschen: "Live long and prosper!"





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