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Kritik: Meschugge (1998)


Nach “Lola rennt” jetzt also der zweite Film der jungen Berliner Produktionsfirma “X Filme Creative Pool”, der dieses Jahr in die Kinos kommt. Doch anders als “Lola rennt”, der mit seiner wilden Mischung aus rasanten Schnitten, Tekno-Beats und temporeichen Kamerafahrten für Begeisterung sorgte, ist “Meschugge” ein mißlungener Film. Leider.

Denn der Ansatz, deutsche Vergangenheit nicht als bedeutungsschweren Problemfilm zu erzählen, sondern als unterhaltsame Genre-Geschichte, ist durchaus vielversprechend. In jeder Einstellung spürt man den Wunsch, es dem amerikanischen Kino, das hier eindeutig als Vorbild fungiert, gleichzutun. In den Bildern gelingt dies auch, was natürlich zu einem großem Teil am Schauplatz New York liegt.

Doch was die Geschichte selbst anbelangt, kommen sich Maria Schrader und Dany Levi, die zusammen das Drehbuch geschrieben haben, mit ihrem eigenen Anspruch fortwährend in die Quere. Anstatt den inneren Gesetzen der Geschichte zu folgen, bemühen sie immer wieder den Zufall oder lassen die Figuren völlig unmotiviert irgendwelche Dinge tun, nur um zu den Szenen zu gelangen, die eben einen echten Thriller ausmachen (etwa am Schluß, wenn völlig unvermittelt ohne jede Vorbereitung das SEK auftaucht).

In solchen Momenten wirkt das Geschehen auf der Leinwand einfach nur aufgesetzt und wenig schlüssig.
Letztlich scheitert der Film an seiner eigenen Vorgabe, nämlich deutsche Geschichte als spannenden Thriller zu erzählen. Eigentlich ein sympathischer Annsatz. Doch dazu gibt es zu viele logische Brüche in der Handlung, und die Motivation der Figuren bleibt allzuoft im Unklaren. Schade.





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