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Kritik: Trees Lounge (1996)


Besser könnte Tommy nun wirklich nicht wohnen. Direkt über seiner Lieblingsbar befindet sich seine Kaschemme. Trotzdem wacht er hin und wieder verkatert auf einer Holzbank im "Trees Lounge" auf - um sofort den nächsten Drink zu ordern. Steve Buscemi, zuletzt viel- und gerngesehener Schauspieler in Filmen wie "Fargo", "Kansas City", "Flucht aus L.A." oder "Living in Oblivion", steht erstmals auch als Regisseur auf dem Set. Die Geschichte des arbeitslosen Beizenhockers ist ein stückweit auch seine eigene.Durchzuhalten ist "Trees Lounge" allerdings nur mit ausreichend Flüssignahrung. Denn ständig nur zuzusehen, wie hier ein Bier, da ein Whiskey die Kehle hinunterölt, dazu setzt man sich schließlich nicht ins Kino. Was nun die Story anbelangt: reine Nebensache. Viel wichtiger sind die Menschen um den gelernten Automechaniker Tommy, gespielt von Kullerauge Steve Buscemi himself. Dass er sich zu Fuß auf Jobsuche macht, spricht nicht gerade für seine fachlichen Qualitäten. Am Ende verdingt er sich als Eisverkäufer ein paar Kröten, bringt dabei das Herz der minderjährigen Debbie (Chloe Sevigny aus "Kids") zum schmelzen. Seiner Gesundheit tut der Flirt nicht gut: Debbies Vater flippt aus. Diese Situation macht Tommy nicht schlauer, er ist und bleibt ein fauler Tagträumer und Taugenichts, der immer wieder ein Nickerchen auf der Holzbank im "Trees Lounge" halten wird.

Nach dem Kurzfilm "What happened to Pete" ist "Trees Lounge" Buscemis erster Langspielfilm. Autobiografische Andeutungen sind von der Independent-Kultfigur durchaus beabsichtigt. So spielt sich der Reigen kleinstädtischer Belanglosigkeiten in Buscemis Heimatstadt Valley Stream ab, wo der Schauspieler tatsächlich in einem Eiswagen um die Blocks fuhr. Der illustre Freundeskreis wird von der Garde derzeit vielgefragter Independent-Schauspieler verkoerpert, Buscemi führt nebenbei auch seinen Vater, Bruder und Sohnemann ein. In lockerem, witzigem Ton hagelt es coole Sprüche, schaut man in herrlich gemimte Gesichter. "Trees Lounge" verbreitet ein wenig von der spontanen "Blue in the face"-Plauderstimmung. Wozu auch die Musik von Lurie-Bruder Evans beiträgt.





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