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Das fünfte Element
Das fünfte Element
© Tobis Film

Kritik: Das fünfte Element (1997)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Die Zahl der Wiederaufführungen nimmt hierzulande (wieder) zu. Nun kehrt auch "Das fünfte Element" zurück auf die große Leinwand, dieses Mal noch schärfer in 4K. Der Termin könnte kaum besser gewählt sein. Nur drei Wochen nach dem Start von Luc Bessons jüngstem Science-Fiction-Abenteuer "Valerian – Die Stadt der tausend Planeten" können sich die Zuschauer ein Bild davon machen, wie gut und wie viel besser als "Valerian" die verrückte Weltraumoper mit Bruce Willis und Milla Jovovich in den Hauptrollen auch heute noch funktioniert.

Die Parallelen der beiden Werke sind unübersehbar. Wie "Valerian" heute war auch "Das fünfte Element" seinerzeit der bis dato teuerste europäische Film und stieß bei Kritikern wie Publikum zunächst auf äußerst gemischte Reaktionen. Sein Budget spielte der Blockbuster nur dank des weltweiten Marktes wieder ein, auf dem er mehr als dreimal so viel wie in den USA erzielte. Dort erlangte er erst durch die Auswertung auf Video und DVD Kultstatus. Vielleicht ist dieses Schicksal also auch "Valerian" beschieden. Eine ähnlich schräge Mischung, die beständig zwischen bonbonbunter Überwältigung und trashigem Bombast, zwischen kitschiger Moral und feiner Ironie pendelt, bieten zumindest beide Spektakel. Dennoch hat "Das fünfte Element" unbestreitbar Qualitäten, die "Valerian" abgehen.

Da wäre zunächst die Besetzung, die nicht nur deutlich mehr schauspielerische Klasse, sondern mit Gary Oldman als Waffenhändler Zorg auch einen um Welten markanteren und vor allem witzigeren Bösewicht aufweist. Éric Serras experimentelle Musik und Jean-Paul Gaultiers extravagante Kostüme wirken selbst zwanzig Jahre nach der Erstaufführung ebenso frisch wie die größtenteils ausgewogene Verwendung handgemachter und computergenerierter Spezialeffekte.

Allen kritischen Stimmen aus dem Jahr 1997 zum Trotz ist die Handlung weit weniger konfus, als dies auf den ersten Blick erscheinen mag. Spätestens wenn sich die drei Parteien auf die Jagd nach den vier Elementen machen, treibt Besson seine Geschichte zielgerichtet und effektiv voran. Hier kommentieren sich nicht nur seine Parallelmontagen gekonnt gegenseitig, auch die Dialoge treffen pointiert ins Schwarze. Der schlecht blondierte Bruce Willis und die orangehaarige Milla Jovovich können sich in dieser durchgeknallten Weltraummär auch heute noch sehen lassen.

Fazit: Mit "Das fünfte Element" hat Luc Besson 1997 bewiesen, dass Zukunftsvisionen nicht nur düster, sondern auch knallbunt sein und erfolgreiche Science-Fiction-Filme nicht nur aus den USA, sondern auch aus Europa kommen können. Die schräge Mischung beeindruckt auch zwanzig Jahre nach ihrer Erstaufführung noch auf der großen Leinwand.





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