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Kritik: Sphere - Die Macht aus dem All (1998)



Die reinste Mogelpackung:
Belanglos-plattes Sci-Fi-Märchen, das nie so recht in Fahrt kommt

Der Psychologe Norman Goodman (Dustin Hoffman) wird per Hubschrauber zu einer geheimen Stelle im Pazifik gebracht, wo seit mehreren Wochen eine Expedition vorbeiretet wird. Eine Expedition, die ein Team von Wissenschaftlern, darunter Beth Halperin (Sharon Stone), Biochemikerin, Harry Adams (Samuel L. Jackson), Mathematiker, Ted Fielding (Liev Schreiber), Astrophysiker und Goodman selbst, zu einem frisch entdeckten UFO bringen soll. Nach kurzer Zeit befinden sich die Vier am Grunde des Ozeans wieder, kurz davor, die größte Entdeckung ihres Lebens zu machen.

Und die scheint in einer großen, metallischen Kugel zu bestehen, deren Inhalt und Verhalten Rätsel aufgeben. Als Harry im Alleingang das Objekt betritt, verändert er sich alsbald und löst eine Paranoia an Bord des kleinen Unterwasserlabors aus, das nur wenige Momente später von der Außenwelt abgeschnitten wird. Mit knappen Luftreserven und einem unerfreulichen Erstkontakt per Bildschirm flieht die Crew nun vor ihren schlimmsten Aplträumen, die auf einmal zur Realität werden...

Vielleicht hat sich Barry Levinson etwas übernommen, als er den durschnittlichen "Wag the Dog" und das 100-Millionen-Dollar-Projekt "Sphere" gleichzeitig drehen wollte. Während erstgenannter eine schlappe Mediensatire war, ist "Die Macht aus dem All", so der unumgängliche deutsche Untertitel, nichts weiter als heiße Luft, an der sich wohl mehr als eine Person die Finger verbrannt hat. Verantwortlich zeichnet sich in allererster Linie Michael Crichton, der - seien wir mal ehrlich - außer "Jurassic Park" noch kein ordentliches Buch geschrieben hat, daß außer einem enormen Spannungsgrad weitere Spontankäufe rechtfertigen würde. Mit "Sphere" hat er wieder mal den gewohnten Mix aus unterschiedlichsten Charakteren geschaffen, natürlich alle mit einer dunklen Vergangenheit, die in widrigen Umständen zusammenarbeiten müssen. Für Vorbereitungen bleibt wie immer keine Zeit. Während sich ein "Contact" alle Zeit der Welt nimmt, und sorgsam den Erstkontakt einleitet, fällt "Sphere" mit der Dekompressionstür ins Haus. Warum kann ein Raumschiff 300 Jahre auf dem Grund des Ozeans liegen und muß dann innerhalb von wenigen Stunden nachdem das Team davon erfahren hat, geöffnet werden?
Zuständig für diese und andere Schwächen war Barry "Rain Man" Levinson, der es noch nicht einmal fertig gebracht hat, auch nur eine halbe Stunde lang Ruhe in seinem Film zu bewahren. Ständig unternimmt eines der Crewmitglieder auf eigene Faust Expeditionen, ohne daß es jemand merkt. Und sollten mal alle an Bord sein, so dauert es nicht lange, bis "irgendwas" sich mit "wahnsinnigem" Tempo dem Labor nähert. Mit altmodischen Großaufnahmen der verzerrten Gesichter, wackeliger Kamera, schmalzigem Fanfaren-Gedröhne und einer einfallslosen Studiokulisse, der man das Wahnsinns-Budget nicht ansieht, tut sich Levinson aber auch wirklich keinen Gefallen bei der Darstellung der Gefahren, die selten greifbar, meistens nur am Herumgerenne der Darsteller meßbar ist. Alles wirkt improvisiert und zusammengeschustert, die Handlung entwickelt sich von Minute zu Minute mehr zur Katastrophe, und wenn der Zuschauer erfährt, wer hinter allem steht, und wer in den sauren Apfel beißen muß, der ständig weitergereicht wird, verpuffen nahezu alle Szenen, bei denen es zur Sache ging, zu reinem Selbstzweck. Verleugnet werden soll natürlich nicht, daß ein von Seeschlangen angegriffener Dustin Hoffman oder eine von Quallen zu Tode gepiesackte Queen Latifah für wenige Momente von diesem Science-Fiction-Quark ablenken, aber was nützt das, wenn hier eine ganze Reihe von Top-Schauspielern sich sonst mit albernen Mätzchen abgeben müssen, vom nachträglich eingefügten Ende, das dem abgehalfterten Spuk die Enttäuschungskrone aufsetzt, mal ganz zu schweigen.





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