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Kritik: Die Newton Boys (1998)


Berühmte Delinquenten zählen nicht erst seit "Bonnie und Clyde" zu Hollywoods Lieblingsstoffen, und so war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis mit den "Newton Boys" nun auch ein Film über das gleichnamige Gangster-Quartett unsere Kinos erreicht. Richard Linklaters ("Before Sunrise") beschauliche Räuberballade freilich wird den zu Recht hohen Erwartungen eines - um nur einmal das Spektrum anzudeuten - von "Natural Born Killers" und "Es war einmal in Amerika" verwöhnten Kinopublikums nicht gerecht.

Mit vier erfolgreichen Nachwuchsmimen besetzt, mangelt es dem cineastischen Räuber-und-Gendarmen-Spiel aus der Zeit der Prohibition vor allem an Tempo und mitreißenden Charakteren, deren Schicksal das Publikum bewegen könnte. Die hölzern-distanzierte, auf historische Accuratesse bedachte Inszenierung (schließlich hat es die Newton Boys tatsächlich gegeben) überführt den Film nicht nur in einen Zustand dramatischer Belanglosigkeit, letztlich konnte sich der als Co-Autor und Regisseur verantwortliche Linklater auch nicht für eine einheitliche Stimmungslinie entscheiden. Und so verlieren sich die "Newton Boys" zwischen Komödie und Krimi, wirken dabei aber weder besonders amüsant noch spannungsgeladen.

Unfreiwilliger Höhepunkt der fast zwei Stunden langen Gangsterballade ist dann bezeichnenderweise auch ihr Abspann, der den echten Willis Newton bei einem hinreißenden Auftritt in der Johnny-Carson-Show zeigt.




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