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Kritik: The Red Violin (1998)


Nicht völlig zu Unrecht genießen Episodenfilme im Kino einen zweifelhaften Ruf: Oft sind ihre Geschichten zu klein und unbedeutend, als daß sie eine Leinwand oder einen Abend füllen könnten. Kein Wunder also, daß zahlreiche Vertreter dieses Genres besser im Fernsehen - oder im Giftschrank von Filmhochschulen - aufgehoben sind.

"Die Rote Violine" ist die Ausnahme von der Regel: In fünf Episoden komponierte François Girard ein Panoptikum der Kulturen, das sich über drei Kontinente und Jahrhunderte erstreckt und dessen grundverschiedene Protagonisten zwei Dinge verbinden: der Besitz eines einzigartigen Instruments und ihre Liebe zur Musik.

Vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart, von Cremona über Wien, Oxford, Shanghai bis nach Montreal spannt der Film des auf Musikthemen spezialisierten Kanadiers ("32 Variationen über Glenn Gould") den Bogen und entwirft dabei ein Mosaik, dessen epische Dimension man erst am Ende ganz begreift.

Alain Dostes Kamera überbrückt die Distanz zu den Figuren und beseelt die einzelnen Episoden mit einer beinahe greifbaren Atmosphäre ohne Kitsch und Sentimentalität. So taucht man, unterstützt von der liebevollen Opulenz der Ausstattung und John Coriglianos alles verbindendem Soundtrack, unmittelbar in die Schauplätze und Kulturen ein, die sich im Verlauf des Films nach und nach zu einem Gesamtbild fügen, das viel mehr ist als die Summe seiner Teile.

Girards sinnliche Biographie eines imaginären Musikinstruments wurde in fünf Sprachen gedreht und kommt in der italienisch-englisch-französisch-deutsch- chinesischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln in die Kinos.




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