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Kritik: Frequency (2000)


Es ist ein altbekanntes Phänomen, dass Filme, die mit den Zeitebenen spielen, meistens Probleme haben, ihre Geschichte vollkommen schlüssig zu erzählen. Dies liegt vor allem daran, dass bis heute die Zeit Thema wissenschaftlicher Betrachtung ist, ohne dass es eine durchgreifende Entschlüsselung gegeben hätte.

"Frequency" ergeht es da nicht anders. Wenn in der Vergangenheit etwas anders gemacht worden wäre, dann hätte dies schon längst bei Einsetzen der Filmhandlung geschehen sein müssen. Deswegen muss der Versuch, den Film nach den Regeln der Logik durchzuanalysieren, zum Scheitern verurteilt sein. Das Thema des Films ist demzufolge auch weniger ein Diskurs über das Phänomen der Zeit, sondern vielmehr eine Vater-Sohn-Beziehung, die zustande kommt, obwohl Johns Vater starb, als er sechs Jahre alt war. Mit viel Herz und Dramatik rollt vor diesem Hintergrund »Frequency« seine Geschichte ab. Dabei geht er sehr geschickt vor, wenn Vater und Sohn den selben Killer auf verschiedenen Zeitebenen jagen. Hier nutzt der Film die in der Vergangenheit angestoßenen Veränderungen, um in der Jetzt-Zeitebene, Auswirkungen zu zeichnen, welche Sohn und Mutter in Lebensgefahr bringen. Diese müssen nun ihrerseits wieder Handeln, um das zu neutralisieren. Für den Zuschauer ergibt sich so ein Tableau der Möglichkeiten, das die Spannung hoch hält, da nicht klar ist, ob das jeweilige Tun auch zum gewünschten Erfolg führt. Vater und Sohn bilden ein Team, welches trotz aller Schwierigkeiten zusammenarbeitet und sich zunehmend besser kennenlernt. Von dieser neuen Chance handelt "Frequency" und verbreitet so ein angenehmes Gefühl, zumindest, wenn man die Kleinfamilie so liebt wie die Amerikaner.

Stefan Dabrock

Hervorragend gemachtes Mainstream-Kino kann notfalls selbst ein durchschnittliches Skript in einen sehenswerten Film verwandeln. Es kommt aufs handwerkliche Können an, auf die makellose Inszenierung einer durchkonfektionierten und auf maximale Wirkung ausgelegten Story.

So lange man die unglaubwürdige Prämisse akzeptiert, funktioniert "Frequency" von Gregory Hoblit ("Zwielicht") als souverän gemachter Unterhaltungsfilm. Man darf sich nur nicht allzu viele Gedanken über den Sinn und Unsinn der Geschichte machen. Und dass genau das nicht passiert, dafür sorgt Hoblits aufwändige und kompakte Inszenierung.

Dennis Quaid und James Caviezel spielen ein Vater-Sohn-Gespann – jedoch mit einem Twist: Dad lebt im Jahr 1969, der Sohnemann im Jahr 1999. Über ein altes Funkgerät verbunden, durchbrechen sie die Zeitbarriere und können miteinander plaudern. So bietet sich ihnen die Chance, mit dem Wissen des Sohnes aus der Gegenwart besonders schlimme Fehler aus der eigenen Vergangenheit zu tilgen – ein, wie sich zeigt, enorm riskantes Unterfangen.

Gregory Hoblits wirklich erzkonservativer Film singt ein sentimentales Loblied auf die All-American-Family und bedient sich aller erdenklichen Tricks und Kniffe – Optik, Soundeffekte, knapper Schnitt – um optimale Wirkung zu erzielen. Einen Oscar wird der Streifen sicher nicht gewinnen – dafür aber die Gunst des Mainstream-Publikums.





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