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Kritik: Helden wie wir (1999)


Pünktlich zum zehnten Jahrestag des Mauerfalls kommt nun ein Film in unsere Kinos, in dem die DDR sich selbst erzählen soll. Das tut sie auch: Sebastian Petersons Regiedebüt beginnt am 20. August 1968, als Panzer durch das Vogtland rollten, um in der Tschechoslowakei den Prager Frühling zu beenden. Es ist zugleich auch der Geburtstag von Klaus Uhltzscht, und Peterson erzählt den weiteren Geschichtsverlauf aus seiner Perspektive. Doch aufgepasst: Uhltzscht ist ein göttlicher Verlierer, Spross einer spießigen Familie und ein Produkt des Plattenbaus.

Kurzum: Klaus Uhltzscht ist so etwas wie Forrest Gump im Wilden Osten. Und so entlarvt der Film, dem Thomas Brussigs gleichnamiger Roman zu Grunde liegt, das dumpfe Spießertum der DDR auf oft bizarre Weise. Am Ende wird sogar der Mauerfall als unfreiwilliges Ergebnis eines blöden Zufalls dargestellt, der mit Klaus Uhltzschts erst viel zu klein und schließlich viel zu groß geratenem Genital zusammenhängt.

So macht es sich der Film mitunter doch zu einfach, trifft mittendrin den Nagel jedoch immer wieder auf den Kopf. Auch visuell ist Petersons gewagtes Unterfangen durchaus originell: Filmmaterial und Farben entsprechen dem jeweiligen Stand der Zeit, zudem wurden viele Szenen geschickt mit Dokumentarfilmmaterial verknüpft.

Und überhaupt: Wie kann man einem Streifen ernsthaft böse sein, in dem der sexuell frustrierte Held sich beide Unterarme bricht, weil er beim Onanieren auf dem eigenen Sperma ausrutscht und die Treppe runterfällt?




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