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James Bond 007: Der Morgen stirbt nie
James Bond 007: Der Morgen stirbt nie

Kritik: James Bond 007: Der Morgen stirbt nie (1997)


Ein Studio liegt im Diamantenfieber, will sich neben einer goldenen Nase auch goldene Finger und goldene Augen an der offiziell 18. Fortsetzung der Reihe um einen Gentleman im Geheimdienst ihrer Majestät verdienen.

Gesagt, getan! James Bond alias 007, weniger rührend als vielmehr geschüttelt, ist auch dieses Jahr wieder unterwegs mit der Lizenz zum Töten. Die tödliche Mission im Angesicht des Todes: Der unwiderstehliche Charmeur ist auf der Spur eines undurchsichtigen Medienmoguls, der mit Hilfe weltweit verbreiteter Morgenzeitungen, Frühstücksfernsehmagazine und Radioweckprogramme ein bißchen Gott auf Erden spielen möchte. Der Manipulator entfacht Feuerbälle zwischen gespannten, nationalen Fronten, läßt manche leben und viele sterben. Und immer ist er der Mann mit dem medialen Colt, in dessen Hand sich Zeitungsüberschriften und Fernsehbilder als bedrohliche Munition entpuppen.

Doch glücklicherweise kennt unser aller Spion im Hauch des Todes das Eheweib des Unholds, denn diese ist eine Spionin, die er einmal liebte. So schleicht sich der Walther PPK-Träger in die heiligen Hallen des Schlagzeilenschlächters und versucht, mehr als zweimal zu Überleben.

Denn auf seiner weltumspannenden Jagd nach Dr.Medial wird er Liebesgrüße aus Hamburg, London und asiatischen Gefilden verschicken müssen, bevor der Auftrag erledigt und er sich wieder ausschließlich in weibliche Tentakeln verwickeln lassen darf.

"Der MORGEN stirbt nie" - alles was ein guter Bond braucht? Nachdem uns vor zwei Jahren Pierce Brosnan mit Spiel, Spaß und Spannung überraschte, garantiert sein zweiter Auftritt als Geheimagent leider nur begrenzten Spieltrieb, bemühten Spaß und bedingte Spannung. Es ist zwar alles drin, bleibt aber trotzdem leer. Zu häufig wirken jahrzehntelang bewahrte Markenzeichen nur lustlos abgespult. Zu selten imponieren durchschnittliche Materialschlachten mit Überraschungsmomenten. Und zu oberflächlich und abweisend wird ein Konfliktherd übergangen, der weit mehr zu bieten gehabt hätte als Monitorwände und Druckerwalzen. Auch wenn James Bond sicherlich nicht der Mann für eine intensive Auseinandersetzung mit der Medienmaschinerie ist, sollte ein derart breit gefächerter Fundus mehr dramaturgischen Stoff hergeben als bildgewaltige Staffage.





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