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9 1/2 Wochen in Paris
9 1/2 Wochen in Paris
© Kinowelt

Kritik: 9 1/2 Wochen in Paris (1996)


Gleich zu Anfang des Films hält sich Mickey Rourke eine Pistole an den Kopf und drückt ab - würde ich auch, wenn mir der Vorspann gerade den ersten Filmauftritt von Hugo-Duft-Werbemann Werner Schreyer vor die Nase halten würde. (Der nächste klägliche Schauspielversuch mit ihm kommt schon bald: "Bandits".) Denn der ehemalige Lustmann Rourke hat seit 1985 und "9 1/2 Wochen" als Boxer einiges aufs Gesicht bekommen. Und nach dem stilisierten Langweiler "9 1/2 Wochen in Paris" muß er sicher noch mehr Prügel einstecken.
Seine Figur John langweilt sich jedenfalls von Anfang an. Selbst Sexspiele mit dem Rasiermesser sind nicht interessanter als ein Pferd, das unten auf der Straße verreckt. Die Sehnsucht nach seiner Gespielin Elisabeth (aus Teil 1) treibt ihn nach Paris. Doch da Kim Basinger nicht wie Rourke zwischen den Filmen boxt, war sie klug genug, sich aus der unnötigen Fortsetzung rauszuhalten. So bestimmt eine lustlose Suche den lustlosen Erotikfilm, der
weniger prickelnd als eine Kukident-Werbung ist.
Neben architektonisch interessanten Pariser Gebäuden, teuren Autos und Postkartenansichten spielt sich noch eine Frau (Angie verhart) aus der Modeszene ins Bild. (Tolle Idee: "Da können wir mit einer Modeshow noch 5-10 Minuten Filmlänge rausschlagen.") Sie hat das Tagebuch der 9 1/2 Wochen ihrer Freundin Elisabeth gelesen und möchte jetzt auch mal richtig erniedrigt werden. Aber John/Rourke bleibt lethargisch und so hätte der Film ungefähr 90 Minuten eher aufhören können. Ziel- und antriebslos wie die Figuren quält sich das elende Machwerk über die Zeit.
Nur das Gesicht von Rourke ist wirklich faszinierend. Wie kann man so etwas Verunstaltetes - trotz viel Schminke und Spachtelmasse - nur in einen Film reinbringen, der doch wohl sein Publikum mit "Erotik" locken will? Es erinnert irgendwie an die Attraktivität eines Peter Steiner in den deutschen Sexfilmchen der Sechziger.




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