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Jenseits von Tibet - Eine Liebe zwischen den Welten (WA)
Jenseits von Tibet - Eine Liebe zwischen den Welten (WA)
© Edition Salzgeber

Kritik: Jenseits von Tibet - Eine Liebe zwischen den Welten (2000)


Ein bisschen Exotik, einen sehr individuellen Lebensentwurf und eine schöne Liebesgeschichte bietet Solveig Klaßens »Jenseits von Tibet«. Und das schönste daran ist, dass wir uns im Gegensatz zu vielen mit falschen Gefühlen aufgeblasenen fiktionalen Filmen in einer Dokumentation befinden.

Jenseits von Tibet lebt Gelek, ein Mönch, der aus politischen Gründen aus seinem Heimatland nach Indien geflohen ist. Jenseits von Tibet lebt auch Sandra Herbner, eine aus der Berliner Punkszene stammende Frau, die auf einer Indien-Reise Gelek kennenlernte. Der Film erzählt, indem er mit den beiden in Indien an den Ort ihres ersten Treffens zurückkehrt, deren sich anbahnendes Verhältnis, wie Sandra nachts durch den Wald, in dem es auch Tiger gab, zu Geleks Hütte schlich. Schließlich heirateten sie, so dass Gelek nach Berlin zog, wo beide mit einer dreijährigen Tochter leben.

Die Regisseurin hegt sichtlich viel Sympathie für das Paar, das seine Heimat verließ und in Berlin eine neue fand. Gelek kann nicht nach Tibet einreisen und Sandra stammt ursprünglich aus geordneten süddeutschen Verhältnissen, denen sie in Berlin auch mit Hilfe von Drogen zu entkommen suchte. Der Buddhismus und Musik halfen ihr davon los zu kommen. Im Ausüben tibetischer Kultur – beide treten mit tibetischen Liedern auf – finden sie auch jenseits des Dachs der Welt eine Form von Heimat. Das ungewöhnliche Schicksal verfolgt Klaßen mit einem instinktiven Spürsinn für die Probleme des Außenseiterdaseins, aber auch für Emotionen und intime Momente von Glück. Wenn Sandra bei ihrer Reise zu Geleks Familie begleitet wird, auf die Gelek nicht mitkommen konnte, dann gelingt »Jenseits von Tibet« ein inszenatorisches Bravourstück. Wir sind einfach dabei, tief gebannt und bewegt. Und auf einmal ist Heimat kein abstrakter Begriff mehr.






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