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Kritik: Maldoror (2000)


Alle Jahre wieder, so das Motto des Experimentalfilms, der seit Jahrzehnten mit den gleichen Techniken hergestellt wird und sporadisch sein Mini-Comeback im Kino feiert, als wäre es das erste Mal. Zwölf Regisseure aus Großbritannien und Deutschland führen mit Underground-Methoden das zu Ende, was in einer alkoholträchtigen Nacht ihren Ausgang fand: die filmische Adaption von Conte de Lautréamonts lyrischen Phantasmagorien "Les Chants de Maldoror".

Die kurz vor seinem Tod verfassten Ausflüge in neurotische Albtraum- und Fiebervisionen beeinflussten seit ihrer Entstehung 1869 nicht nur die surrealistische Literatur, sondern auch Künstler wie Salvador Dalí, der bisweilen de Lautréamonts Texte eindrucksvoll in sein Oeuvre transformierte.

In den vorliegenden Episoden aus Super-8-Material bietet sich zwar die Möglichkeit der ausgiebigen Abstraktion, das quasi nicht vorhandene Budget bildet aber auch engste gestalterische Grenzen. Da narrative Strukturen in den qualitativ stark schwankenden Kapitel rar sind und die visuelle Umsetzung selten fasziniert, droht dieses Experiment an seiner Ungenießbarkeit zu scheitern.

Die inbrünstigen Monologe mit Pathos vorzutragen, gibt dem randalierenden Unternehmen, das zumindest in der ersten und neunten Beitrag zum Monströsen und Bizarr-Satanischen findet, eine unfreiwillig komische, gleichzeitig schwer ermüdende Note. Wie einleitend gemahnt wird: "Nur einzelne werden diese bittere Frucht genießen".





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