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Kritik: Die Gottesanbeterin (2001)


Kurz nach "Komm süßer Tod" verspricht der letzte Streich von "Indien"-Regisseur Paul Harather erneut einen Abstecher in die wunderbare Welt des schwarzen Humors. Doch Harather kann weder an die skurrile Roadmovie-Atmosphäre seines bereits acht Jahre alten Vorgängers noch an die (starke) Konkurrenz anknüpfen - zumal sein "Indien"-Star Joesf Hader nun dort sein Unwesen treibt und seine Abwesenheit sich als großer Nachteil erweist.

Einem ähnlichen Plot wie "Die Apothekerin" folgend, beginnt die gegen den Strich besetzte Protagonistin eine Karriere als Giftmörderin, die ihre - allesamt ausgesprochen unsympathisch gezeichneten - Männer ins Jenseits befördert und ihre diesseitigen Erbschaften antritt. Dabei bemüht sich Harather zwar um reichlich Pointen und ausgesucht fiese Figuren (besonders Nachbar Karli), doch trotz Wiener Dialekt und starkem Lokalkolorit hält sich der Realismus der Handlung in Grenzen - diese entwickelt sich auf Dauer zu einseitig und vorhersehbar.

Weder inhaltlich noch atmosphärisch verfügt "Die Gottesanbeterin" über nennenswerte Dichte - häufig schießt die Satire über ihr Ziel hinaus oder schlicht daran vorbei: dann steigt der Mief des Ungewollten auf, der sich in hölzernen Szenen äußert und durch falsches Timing Distanz zur Protagonistin hervorruft. Damit (und dem erstaunlich lasch herumkrebsenden Plot) würgt Harather die Satire öfters ab, aber Gott sei Dank gelingt ihm das nicht ganz. Womit auch dieser Film der neuen Welle aus Österreich noch amüsant bleibt.






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