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Kritik: L´Amour - Die Liebe (2000)


Einen Film über die "Liebe, und nichts als die Liebe" wollte er machen, sagt Regisseur und Drehbuchautor Philip Gröning, aber wie der Titel schon sagt, ist es auch ein Film über das Geld geworden. Und lautet am Ende die Moral von der Geschichte gar: Geld verdirbt den Charakter oder steht der Liebe nur im Weg?

Ein junger Mann begegnet einer jungen Frau, die in Berlin auf dem Straßenstrich arbeitet, und überredet sie, mit ihm nach Duisburg zu fahren, wo sie gemeinsam ein neues Leben anfangen wollen. Er will für sie sorgen, sie soll nicht mehr als Prostituierte arbeiten müssen. Doch schon bald besorgt sie das Geld wieder, und er kauft sich als ihr Zuhälter idiotische Cowboystiefel und goldene Armbänder.

"L'amour, l'argent, l'amour" ist die Art Drama, die Popcornkinogucker nach wenigen Minuten nach der Fernbedienung nesteln lässt. Kaum Handlung, unmotivierte Verhaltensweisen, langsames Tempo, unsympathische Figuren. Dabei fängt alles gar nicht schlecht an. Die Fahrt von Berlin nach Duisburg stellt sich wie eine Aneinanderreihung von Bordellen, Geldautomaten, Bankschaltern, Tankstellen, Supermärkten und schäbigen Hotelzimmern dar und versinnbildlicht so eine festgefahrene Existenz ohne Aussicht auf Besserung. Doch schon, als das Mädchen austickt und ihren Freund rausschmeißt, woran sie sich am nächsten Morgen nicht erinnern kann, wirkt das nicht mehr wie ein Aufhalten der Handlung, zumal sie im Rest des Films nie mehr einer solchen Stimmung unterworfen ist.

Ist der Film erst mal in Duisburg angekommen, verlangsamt sich das Tempo nochmals, man sieht ihr bei der "Arbeit" zu und ihm dabei, wie er das Geld verschwendet, was er zuvor noch kritisiert hatte. Aber dramaturgisch tut sich nur etwas, wenn er zum Beispiel unmotiviert mit der Gaspistole in den Abfluss schießt. Die hysterischen Anfälle seiner Freundin gehen einem da schon mächtig auf den Zwirn. Nachdem sich ein Schutzgelderpresser in ihr Leben gedrängt hat, fliehen die beiden nach Frankreich ans Meer, wo sie ihr letztes Hab und Gut abfackeln, was auch nicht besonders glaubwürdig wirkt.

Abgesehen davon, dass die Handlung auf einen Bierdeckel passt, tut es dem Film nicht gut, dass er sie auf endlose über zwei Stunden Spielzeit streckt. Schwerer wiegt aber, dass man zu der Motivation der Figuren überhaupt keinen Zugang bekommt, was in ihrem Innern vorgeht, bleibt ein Geheimnis, aber ein Film über die Liebe sollte den Zuschauer nicht nur mit der äußerlichen Schäbigkeit einer Beziehung, die er als endgültig und bedingungslos darzustellen versucht, konfrontieren, sondern auch mit der Innenwelt der Hauptfiguren, ihren Wünschen, Zielen und Bedürfnissen. All dessen beraubt, wirken die bei





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