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Der Zimmerspringbrunnen
Der Zimmerspringbrunnen
© Wild Bunch

Kritik: Der Zimmerspringbrunnen (2001)


Das Ende der DDR ist gleich der Untergang von Atlantis? Ach ja, man ist ja in einer Komödie, ha ha. Komisch, dass dann ein Großteil des Films mit klebrig-melodramatischer Musik überzuckert ist... – Sehr unausgegoren, das Ganze. Peter Timm ("Go Trabbi Go”) versucht - elf Jahre nach ´89 - immer noch, die Wiedervereinigung komisch zu finden.
Und natürlich die Ossi-Klischees: in grauen Plattenbauten hausen gar putzige Käuze mit scheußlichem Interieur. Sein Held ist einfach und ehrlich wie ein mecklenburgisches Landbrot- "Ich liebe meine Heimat. Die deutsche demokratische Republik".
Dabei fängt es recht spaßig an: Der transusige Lohmeyer (Götz Schubert) aus Ost-Berlin fährt nach Köln, in der Hoffnung auf einen Job. Er landet in einem glamourösen Vertreter-Meeting, wo biedere Anzugträger mit sektenhafter Inbrunst kitschige Zimmerspringbrunnen zelebrieren. Die Grundlagen der Kundenpsychologie werden ihm in Seminaren pantomimisch nahegebracht (hier ist Götz Schubert wirklich mal witzig). Sein ehrgeiziger Wessi-Kollege (Gustav Peter Köhler) führt ihn in Berlin Marzahn in die Praxis ein- und bekommt natürlich erst mal von einem bärtigen Ossi eine in die Fresse. Lohmeyer dagegen hilft auch mal nebenbei einem hippen Teenie bei den Mathe-Aufgaben. Nicht nur das: seine Kreation "Atlantis" (Der Fernsehturm vom Alex steckt in einer DDR-förmigen Platte, die sich zur Ost-Nationalhymne aus einer Plastikschüssel erhebt und Wasser speit) öffnet ihm Wohnungen und Herzen nicht nur in Berlin, sondern auch in Leipzig. Seine Frau (Simone Solga) sah ihren Lohbeck- trotz gegensätzlicher Aussagen- anscheinend aber doch lieber als schlaffen Rumhänger. Jedenfalls zieht sie aus und sorgt damit für jede Menge pseudo-tragischer Längen im Rest des Films. Was so gar nicht mit dem schrullig-überzogenen Anfang zusammenpasst. Und dann ist da noch Bastian Pastewka. Der Garant für Lustigkeit? Er singt "Über sieben Brücken musst du gehen". Süß. Die Ernsthaftigkeit ist banal, die Spaßigkeit mäßig. Für eine Komödie ein wenig schwerverdaulich. Vielleicht hilft die zwischendurch angepriesene Thüringer Pflaumenmarmelade.




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