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Kritik: Mein Stern (2001)


Valeska Grisebachs Regiedebüt wartet mit dem auf, was häufig der kommerzielle Tod eines Spielfilmes ist: Laiendarstellern. Darüber hinaus bewegt er sich mit 65 Minuten Laufzeit auf der Ebene zwischen Kurz- und Langfilm - eine Filmform, die in deutschen Kinosälen im Gegensatz zu beispielsweise Frankreich keine Tradition hat. Aus beidem macht Grisebach eine Stärke. Zum einen sind die Darsteller gar nicht in der Lage, in penetrantes Overacting zu verfallen, was der sanften Liebesgeschichte durchaus gut tut, zum anderen ist der Handlungsverlauf alles andere als spektakulär. Insofern gelingt es, die 65 Minuten zu füllen, ohne in große Längen zu verfallen. Voller Liebe nähert sich die Regisseurin den beiden pubertierenden Hauptfiguren, die ihre Zuneigung füreinander entdecken. Ganz beiläufig passieren in »Mein Stern« die Dinge. Der Sex wird nicht als überdrehtes Thema Nr. 1 abgehandelt, das es möglichst schnell zu erledigen gilt. Statt dessen empfindet der Film das Fließen der Realität nach, um darüber sein hohes Maß an Authentizität zu gewinnen. Miesmacher würden »Mein Stern« sicherlich das Verbreiten von purer Langeweile vorwerfen, ohne dabei zu erkennen, dass das Hauptaugenmerk des Films in den kleinen Untertönen, dem kleinen Drama des Alltags und des Heranwachsens steckt. Wer sich darauf einlassen kann, der wird einfach einen schönen Film erleben können.




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