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Kritik: Annas Sommer (2001)


Die wunderschöne Anna wohnt in einem Postkartenmotiv. Die anderen Inselbewohner sind liebenswerte Originale oder niedliche Großmütter. Natürlich gibt's auch einen feschen jungen Fischer, der ihr auch mal einen Octopus mit der Hand erschlägt. Sommerbilder und Zikadenzirpen runden das Bild ab. Wozu dann noch Handlung? Hat sich Jeanine Meerapfel vermutlich gefragt.

Und einfach ein paar konfuse Hausbesitz- und Familienverhältnisse in die Luft gestellt. Ist Annna jetzt Griechin, Spanierin oder Jüdin? Woran ist ihr Mann Max gestorben? Warum ist ihre Großmutter nach Theresienstadt gekommen? Und wieso sind die Dialoge so behäbig?
Da erfährt Anna, dass Max sich sterilisieren lassen hat: "Max, das ist doch pure Ideologie". Pure Unglaubwürdigkeit ist das.
Kein Wunder, wenn Klischees und Kitsch den Plot stellen. Die amerikanischen Anwärter auf Annas Haus haben einen derart lächerlichen, womöglich auch noch draufsynchronisierten Akzent, dass Jeanine Meerapfel damit unfreiwillig deutsche Ami-Klischees karikiert. Die elegante Grazie Angela Molina wirkt auf Max's Flokati (so werden die 60er dargestellt) natürlich wie ein Kissen.

Kitsch, Kitsch, Kitsch: der Sarg von Annas Vater gleitet von türkisblauem Boot in die azurblaue See. Anna und Mutter pflanzen danach gemeinsam ein Bäumchen. Die Mutter ist übrigens gut und gerne ein halbes Jahr älter als Anna.
Der einzig lebhafte und interessante Charakter ist die andere Anna, die Geliebte des Vaters.
Doch Maria Skoulas kurzer Auftritt ist leider die einzig frische Brise in diesem langen, trägen lauwarmen Sommer...




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