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The Tree of Life - Hauptplakat
The Tree of Life - Hauptplakat
© Concorde

Kritik: The Tree of Life (2011)


Angeblich hatte Terrence Malick die Idee zu "The Tree of Life" bereits Ende der 1970er Jahre, erstmals angekündigt wurde der Film dann 2005 und die Weltpremiere erfolgte sechs Jahre später bei den Filmfestspielen in Cannes. Die Erwartungen an den Film waren groß und letztlich erhielt sogar die Goldene Palme für den besten Film. Dennoch entzweit "The Tree of Life" sein Publikum: Ist der Film für die einen ein Meisterwerk, ist er für andere ein kitschig überladenes Opus.

Tatsächlich ist die Handlung kaum zusammenzufassen, da sich "The Tree of Life" einer Struktur verweigert. Am Anfang steht der Verlust eines Kindes, der unsagbare Schmerz der Mutter (Jessica Chastain) und des Vaters (Brad Pitt), die einen ihrer drei Söhne verloren haben. Jahre später ist das Leben des mittlerweile erwachsenen Jack (Sean Penn) von dem Verlust seines Bruders geprägt. Aufgewachsen ist Jack mit seinen beiden Brüdern in den 1960er Jahren im Mittleren Westen der USA. In der Familie manifestieren sich zwei Lebensprinzipien: Die Mutter lebt den Weg der Gnade, der Vater den Weg der Natur. Deshalb predigt der strenge Vater, dass seine Söhne sich durchsetzen müssen, sie sollen kämpfen und hart im Nehmen sein. Die Mutter hingegen möchte, dass sie einander helfen und vertrauen. Diese dualistischen Prinzipien überziehen das Familienleben mit einer Spannung, deren Folgen insbesondere bei Jack zu erkennen sind. In manchen Einstellungen spiegelt sein Blick das Böse, Jähzornige seines Vaters wider, so dass die madonnenhafte Schönheit der Mutter verblasst. Dabei sind alle Schauspieler des Films hervorragend. Brad Pitt war niemals besser, Jessica Chastain ist wunderbar und die drei Nachwuchsdarsteller Hunter McCracken (junger Jack), Laramie Eppler (R.L.) und Tye Sheridan (Steve) spielen sehr natürlich.

Insgesamt erinnert "The Tree of Life" an ein Gebet. Oft erklingen Stimmen aus dem Off, die nur wenige Sätze flüstern und die Bildern ummalen. Deshalb ist die Geschichte auch nur ein Teil des Filmes, der vor allem durch seine Bilder besticht. Es gibt betörende, kontemplative Naturaufnahmen voller Eleganz, meistens verbunden mit Musik. Damit fügt sich "The Tree of Life" in das Gesamtwert von Terrence Malick, dessen Filme als mysteriös und schwer verständlich gelten. Doch es geht bei "The Tree of Life" auch weniger um die Bedeutung als vielmehr um das Sehen. Deshalb wird diesen Film nur genießen können, wer sich den Bildern hingeben kann und sich von einer kaum zu greifenden Handlung nicht abschrecken lässt. Dann ist "The Tree of Life" ein sehr großer Film.

Fazit: "The Tree of Life" ist einer der Filme, die man gesehen haben muss. Er wird das Jahr 2011 überdauern und bietet einen sehr seltenen gewordenen ästhetischen Genuss.





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