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Greenberg
Greenberg
© 2009 Focus Features

Kritik: Greenberg (2009)


Es gibt Filme, da sind eins zwei Dialogzeilen genug sowohl zur Charakterisierung der Hauptfiguren als auch als Zusammenfassung. In der von Noah Baumbach inszenierten melancholischen Komödie "Greenberg" ist dies zum einen die als Erklärung und Entschuldigung gedachte Weisheit "Hurt people hurt people", zum anderen die Feststellung "I just don't know what I'm doing with my life".
Ersterer wird vorgetragen von dem gekonnt aufspielenden Ben Stiller in der, für seine Verhältnisse, erstaunlich ernsthaften Rolle des Roger Greenberg. Der etwa 40jährige desillusionierte Single hütet nach überstandenem Nervenzusammenbruch das Haus seines wohlhabenden Bruders in L.A. und stößt dabei so ziemlich jeden vor den Kopf, der sich nur lange genug mit ihm beschäftigt. Ansonsten tut er nichts - oder schreibt Beschwerdebriefe.
Die zweite Dialogzeile hingegen stammt von der als 25jährige Privat-Assistentin Florence einen mindestens gleichwertigen, wenn nicht besseren, Auftritt als Stiller hinlegenden Greta Gerwig. Mit der gutmütigen Florence spielt sie eine Frau, die seit ihrem College-Abschluss als eine Mischung aus Haushälterin, Köchin, Kindermädchen, Einkaufshilfe und Dogsitter für den Bruder Rogers arbeitet, heimlich aber von einer Karriere als Sängerin träumt - wohlwissen, dass sie nicht das Zeug dazu hat. Durch die Hektik ihres Alltags vom Nachdenken abgehalten, rennt sie planlos und insbesondere in Liebesdingen bisweilen überraschend gleichgültig und unentschlossen durch ihr Leben. Immerhin aber ist sie, wenn noch nicht ganz erwachsen, so doch zumindest auf dem besten Wege dorthin und hat damit dem 15 Jahre älteren, schon angegrauten Roger einiges voraus - nicht nur einen Führerschein und die Fähigkeit zu schwimmen. Denn der Neurosengeplagte Roger weigert sich beharrlich, erwachsen zu werden und fühlt sich schon dadurch verletzt, dass er nicht das Popstar-Leben lebt, von dem er einst träumte.
Dass das Ganze trotz der bärbeißigen Hauptfigur und aller melancholie als Komödie durchgeht, ja sogar, trotz der wohl unromantischsten Liebesszene aller Zeiten, als Romantikkomödie, ist zum einen dem gut beobachteten Script von Noah Baumbach und Ehefrau Jennifer Jason Leigh zu verdanken, zum anderen der auch in den Nebenrollen guten Besetzung. Dennoch wird "Greenberg" sicher kein Blockbuster und dürfte nur dank des prominenten Hauptdarstellers Stiller nicht ausschließlich in Arthouse-/Programmkinos zu sehen sein.

Fazit: Melancholische, ruhige (Romantik)Komödie, nach gutem Drehbuch gekonnt gespielt von Ben Stiller und Greta Gerwig. Vermutlich Weniger spannend für Teenies, sondern eher was für das Arthouse-/Programmkino-Pubilum ab rund 25 aufwärts.





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