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Pleasantville - Zu schön, um wahr zu sein
Pleasantville - Zu schön, um wahr zu sein

Kritik: Pleasantville - Zu schön, um wahr zu sein (1998)


Früher war die Welt noch in Ordnung. Von wegen! Das keimfreie Pleasantville mit seinen schnuckeligen Vorgärten, artigen Kids und einer Feuerwehr, die niemals löschen muß, ist ein mentaler Käfig ohne Freiheit, Fortschritt, Toleranz und Selbstbestimmung.

Soviel zur Botschaft dieses technisch aufwendigen Films über die Transformation einer scheinbar perfekten Fernsehwelt in eine ungeordnete, letztlich aber bessere Realität mit wirklichen Problemen und Konflikten und vor allem: mit Farbe. Daß Gary Ross' Regiedebüt schließlich von seinen Spezialeffekten lebt – nach und nach werden die vormals schwarzweißen Menschen und Objekte farbig – ist bezeichnend für einen Film, dessen hochgesteckte Prämisse an "Die Truman Show" erinnert.

Subtilität und Einfallsreichtum aber sind nicht die Stärken dieses an sozialkritischen Metaphern reichen Films. Wo andere "nur" mit dem Zaunpfahl winken, packt Ross, der auch für das Drehbuch verantwortlich ist, lieber gleich den ganzen Gartenzaun. Übertriebenes moralisches Sendungsbewußtsein ist dann auch die größte Schwäche dieser mit zwei Stunden Spielzeit viel zu lang geratenen Filmparabel – nach spätestens einer Stunde hat auch der Letzte die Botschaft gefressen.

Langeweile macht sich breit: Trotz allzu offensichtlicher Parallelen zu schwarz-weißem Rassenhaß, Kristallnacht und Bücherverbrennungen ist in "Pleasantville" niemand wirklich in Gefahr. Am Ende ist das virtuelle Fernsehstädtchen nur ein harmloser Mikrokosmos – ein überschaubares Experimentierfeld für die politisch überkorrekte Message eines Filmemachers, dessen gut gemeintes Märchen den Zeigefinger gen Himmel reckt: Doch "gut gemeint" ist nicht gleich "gut gemacht".





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