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Kritik: Wachgeküßt (1998)


Als Drehbuchautor von Filmen wie "Der Pferdeflüsterer", "Die Brücken am Fluß" und "Liebe hat zwei Gesichter" hat es Richard LaGravenese bereits zu Ruhm gebracht – sein Regiedebut aber besticht weniger durch eine ausgefeilte Handlung als durch die facettenreichen Charaktere. Der von zwei Tschechov-Kurzgeschichten inspirierte Film überrascht mit klischeelosen Protagonisten – überzeugend dargestellt von Holly Hunter und Danny DeVito – in einer frischen und keineswegs stromlinienförmigen Romanze.

Dabei dreht es sich hier weniger um die große Liebe als um eine innige Freundschaft: Ganz langsam kommen sich die sympathisch gezeichneten Charaktere näher, ohne dabei der üblichen Formel einer Hollywood-Love-Story zu folgen. Holly Hunters kettenrauchende Judith ist keine perfekte Frauenfigur: Sie trinkt, experimentiert mit Drogen, handelt eingennützig und würde sich lieber mit einem attraktiven Gigolo als einem unscheinbaren Türsteher im Bett vergnügen. Und Danny DeVito alias Pat ist von Haus aus nicht der strahlende Held, der die Herzen der Frauen im Sturm erobert.

Bei aller Problemlastigkeit mangelt es LaGraveneses Gegenentwurf zu einer keimfreien Hollywood-Romanze à la Tom Hanks und Meg Ryan aber nicht an Leichtigkeit und Inspiration: Immer wieder finden sich die Figuren in absurden Situationen wieder, und manchmal kann Judith dabei nicht mehr zwischen Traum und Wirklichkeit unterscheiden. Am Ende ist "Wachgeküßt" vielleicht keine besonders mit- und hinreißende, letztlich aber eine ungleich aufrichtigere Romanze als das, was man in dieser Beziehung sonst aus Hollywood vorgesetzt bekommt.





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