VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Eine zweite Chance (1998)


Sicherlich hatte Sandra Bullock nach ihrem "Speed 2"-Debakel eine zweite Chance verdient - sie hätte sie nutzen sollen! "Eine zweite Chance" nämlich ist eine mißratene Mischung aus konstruierter Romanze und verkitschtem Melodram, deren kolossale Schmalzigkeit bei sensiblen Zuschauern ein ähnliches Unwohlsein erzeugen könnte wie die über die Leinwand verteilten Innereien von Spielbergs "Soldat James Ryan".

Anfangs gibt es noch Grund zur Hoffnung: Indem der auch als Schauspieler bekannte Regisseur Forest Whitaker ("Warten auf Mr. Right") die perverse Unterhaltungskultur hysterischer Nachmittags-Talkshows demonstriert, scheint er zunächst die Richtung einer komischem Satire einschlagen zu wollen. Zu früh gefreut: Kurz darauf versenkt er seinen Film im Sumpf eines schwülstigen Zuckergußdramas.

Sandra Bullock verkörpert mit Birdee Pruitt eine von ihrem verkommenen Ehemann betrogene Ex-Cheerleaderin. In der Kleinstadt auf sich allein gestellt, bekommt sie rasch die Gemeinheiten ihrer weniger hübschen, dafür aber ungleich besser qualifizierten Umwelt zu spüren: Nicht nur Talkshows können grausam sein...

Zu einem ausgewachsenen Schmachtfetzen aber gehört noch mehr: Papi hat Alzheimer, Mami ein schwaches Herz, und Töchterchen Bernice - vom Drehbuch ursprünglich als Sympathieträger konzipiert - entpuppt sich als garstige Nervensäge, deren Penetranz im Verlauf des Films vor allem die Geduld der Zuschauer strapaziert.

Die Oberflächlichkeit der Charaktere und die Vorhersehbarkeit der Handlung führen dazu, daß man letztlich an beiden das Interesse verliert. Denn während sich die Protagonisten am Ende in den Armen liegen, ist die hoffnungsfrohe Botschaft des Streifens von Anfang an klar: "Das Leben geht weiter." Sogar nach diesem Film.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.