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St. Pauli Nacht
St. Pauli Nacht
© Buena Vista

Kritik: St. Pauli Nacht (1999)


"Ich sehe mich als Handwerker", sagt Sönke Wortmann und freut sich trotzdem, wenn ihn das Publikum oder die Kritiker für einen Künstler halten. Ein Handwerker zu sein, das heißt vor allem, weniger an sich als an die Zuschauer zu denken. Und an die Charaktere auf der Leinwand.

Von Letzteren wimmelt es nur so in Wortmanns neuem Film "St. Pauli Nacht", einer romantisierenden Hommage an die berühmte Hamburger Vergnügungsmeile: Mehr als ein Dutzend Charaktere formen ein faszinierenden Ensemble, für das der Regisseur neben bekannten Stars auch viele unverbrauchte Gesichter vor die Kamera holte.

Dem zwischen Melancholie und Heiterkeit pulsierenden Streifzug durch "St. Pauli Nacht" liegt Frank Göhres gleichnamiger Roman zu Grunde. Die Filmversion besticht dabei durch ihre ungewöhnliche Erzählstruktur, welche die Abenteuer der Figuren weder aneinander reiht noch parallel montiert, sondern auf eine interessante Mischung dieser beiden Möglichkeiten setzt. So springt der Film oftmals zwei Schritte vor und dann wieder einen zurück, und hin und wieder sehen wir ein und dasselbe Ereignis zweimal auf der Leinwand – jedoch aus unterschiedlichen Perspektiven und mit anderen Vorgeschichten.

"St. Pauli Nacht" ist – wie im vergangenen Jahr Tom Tykwers "Lola rennt" – eine Parabel auf die Macht des Schicksals: Der Zufall hat die Hand im Spiel, wenn das Leben der Figuren, deren Wege sich auf wundersame Weise kreuzen, von einem Augenblick zum nächsten eine radikale Wendung nimmt. Im Gegensatz zu vielen anderen Regisseuren setzt Sönke Wortmann dabei nicht auf Bitterkeit und gnadenlosen Realismus – er denkt viel lieber an sein Publikum.




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