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Kritik: Deep Impact (1998)


Das Mainstreamkino ein bißchen vom üblichen Krawall zu befreien und stattdessen mit einer Prise Human Touch anzureichern, dies war das erklärte Anliegen, als Steven Spielbergs Produktionsfirma Dreamworks vor Jahresfrist an die Arbeit ging. Dagegen läßt sich nun schwerlich etwas sagen. Obwohl natürlich ein Quentchen Spannung und ein Hauch Plausibilität in diesem Zusammenhang dem Unterhaltungswert der Produkte auch nicht abträglich ist. Genau daran mangelt es aber dem vorliegenden. "Deep Impact" ist nun innerhalb von 6 Monaten (nach "Projekt Peacemaker") die zweite Arbeit der vom Fernsehen kommenden Mimi Leder, die anscheinend die Hausregisseurin von Dreamworks ist. Die Filme ähneln einander. In beiden geht es den USA, und somit auch irgendwie dem Rest der Welt, an den Kragen. Vor einem halben Jahr kam der Feind aus dem Osten (dem ehemaligen Jugoslawien), diesmal kommt er von oben und ist so groß wie der Mount Everest. Ein Komet also ist auf Kollisionskurs mit Mutter Erde.
Daß sich da etwas Ungutes anbahnt, ist den üblichen hohen Regierungs- und Militärbehörden seit einiger Zeit bekannt. Diverse Gegenmaßnahmen laufen ebenso lange. Dann kommt aber eine Journalistin dem Ganzen per Zufall auf die Spur. Der Präsident selbst ist gezwungen, die öffentlichkeit zu unterrichten. Nachdem Versuche den Kometen zu sprengen, mißlungen sind, läuft eine gigantische Evakuierungsaktion an. Die Zeit drängt, der genaue Zeitpunkt des Einschlags steht mittlerweile fest...
Der ganze Film ist aufgezogen und sieht aus wie eine riesige Nachrichtensendung (besser: -show). Aber außer zwei bissigen Seitenhieben gegen die Allgegenwart der Medien wird dieser spezielle Blickwinkel verschenkt. Abgespult wird stattdessen eine seelenlose Story vom Reißbrett mit schematisch kalkuliertem emotionalen Einsatz. Zum Schluß wird dann auf die patriotische Tränendrüse gedrückt und heldenhaft fürs Vaterland gestorben, wie schon lange nicht mehr.
Daß dies alles irgendwie den Eindruck eines unfertiges Schnellschusses hinterläßt hat seinen guten (eher schlechten) Grund. Eile war bei der Fertigstellung tatsächlich geboten. Immerhin kommt in einigen Wochen mit "Armageddon" ausgerechnet das Konkurrenzunternehmen Disney ebenfalls mit einen Meteroitenfilm auf den Markt. Und die haben - was die Abwehr von irdischem wie außerirdischem Unbill anbelangt - mit Bruce Willis gar einen bewährten Star an Bord. Das ist freilich keine Entschuldigung dafür, daß bei der lausigen finalen Trickorgie von "Deep Impact" Gozilla schön grüßen läßt. Natürlich der japanische aus den 60er Jahren.





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