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Kritik: Pecker (1998)


Zahm ist es geworden, das ehemalige enfant terrible des schlechten Geschmacks: Im Zeitalter kotzender Riesenschlangen ("Anaconda") und spermagetränkter Haarpracht ("Verrückt nach Mary") hat es der von einer treuen Fangemeinde umsorgte Kultregisseur John Waters ("Pink Flamingos") offenbar aufgegeben, das Establishment mit cineastischen Extravaganzen zu schockieren.
Die schrille Story des von Edward Furlong ("Terminator 2") linkisch porträtierten Antihelden Pecker, der in Waters gleichnamiger Sozialsatire aus Baltimores Arbeitervierteln in die prätentiösen Kunstzirkel Manhattens katapultiert wird und dort zum gefeierten Star avanciert, ist eine liebevoll-nostalgische Hommage an Waters Heimatstadt (alle seine 13 Filme spielen in Baltimore) und ihre Bewohner.
Nicht irgendwelche Bewohner, versteht sich – schließlich lebt der Film von seinen bizarren Charakteren: Peckers kleine Schwester ist zuckersüchtig, Omi vollbringt mit ihrer (scheinbar bauchredenden) Marienstatue erstaunliche Wunder und die große Schwester arbeitet in einem Striplokal für Homosexuelle. Das mit Anspielungen und Doppeldeutigkeiten versetzte Ergebnis ist eine milde amüsante Parabel über die Tücken des Ruhms und eine leichte Satire, mit der sich zumindest die Fans des Regisseurs werden anfreunden können.

Pecker – der etwas andere Heimatfilm.




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