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IFFF Dortmund | Köln 2011
IFFF Dortmund | Köln 2011
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Internationales Frauenfilmfestival Dortmund | Köln

6. Dortmunder Preis für Bildgestalterinnen geht an Eva Maschke und Hanne Klaas

(Pressemitteilung) 6. Dortmunder Preis für Bildgestalterinnen geht an Eva Maschke und Hanne Klaas. Gewinnerfilme werden beim Festival präsentiert.

Knapp 30 Filme gingen in der vergangenen Woche ins Rennen um den 6. Dortmunder Preis für Bildgestalterinnen. Die dreiköpfige Fachjury – Sophie Maintigneux, Daniela Knapp und Stephanie Hardt – zeigte sich von der Qualität der eingereichten Dokumentarfilme beeindruckt und entschied, den Hauptpreis zu teilen und eine lobende Erwähnung auszusprechen.

Der mit 5.000€ dotierte Preis für die beste Bildgestaltung geht zu gleichen Teilen an Eva Maschke für den Film „Frauenzimmer“ und an Hanne Klaas für den Film „Ole“.

Der Dokumentarfilm „Frauenzimmer“ gibt Einblicke in die außergewöhnlichen Lebensgeschichten und den teilweise überraschend bürgerlichen Alltag dreier Berliner Prostituierte. Für die Jurorinnen trägt die beeindruckende Bildgestaltung von Eva Maschke dazu bei, die Würde und Schönheit der Protagonistinnen stets zu wahren. Die Kamera agiere selbstbewusst, ohne voyeuristisch oder wertend zu sein. Mit „Ole“ wird ein sehr persönlicher und berührender Film ausgezeichnet. Hanne Klaas erzählt vom Suizid ihres Bruders Ole im Jahr 1991 und von den Auswirkungen dieses Freitods auf das Leben der Familie. Sie entwickelt eine konsequente und anspruchsvolle Bildgestaltung, die im Zusammenspiel mit der Tonebene eine emotionale Kraft entwickelt und Raum für eigene Gedanken lässt.

Eine lobende Erwähnung erhält die gebürtige Dortmunderin Maria Goinda für den Film „Cartonera“. Mit der Handkamera begleitet sie Kinder, die auf den Straßen von Buenos Aires Altpapier sammeln. Es gelingt ihr, eine Nähe zu den Kinder zerzustellen und uns einen Einblick in deren Überlebensstrategien zu verschaffen.

Die drei prämierten Filme werden im Rahmen des Festivalprogramms präsentiert. Die Preisverleihung findet am 17. April 2011 in Dortmund statt.



Hauptpreis Bildgestaltung: Eva Maschke

FRAUENZIMMER [Dokumentarfilm, D 2009, 75 Min., Regie: Saara Aila Waasner]

Christel, Paula und Karolina arbeiten im ältesten Gewerbe der Welt und zählen dort selbst zum „alten Eisen“. Ihre facettenreichen Persönlichkeiten machen deutlich, auf welch unterschiedliche Art und Weise sie der Prostitution nachgehen und warum sie sich für den Beruf der Sexarbeiterin entschieden haben.

Aus der Jury-Begründung: „Eva Maschke schafft es, die Banalität des Alltags nicht banal zu zeigen. Sie beweißt Talent, vorhandenes Licht zu nutzen und kreiert in den Interviewsequenzen stimmungsvolle Bilder mit gesetztem Licht. Wir spüren eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Bildgestalterin und Regisseurin (...)“

Eva Maschke, 1976 in Köln geboren, arbeitet als Kamerafrau und Regisseurin. Die ausgebildete Physiotherapeutin war beim SWR Baden-Baden als Material- und Kameraassistenz tätig und studierte Kamera/Bildgestaltung an der Filmakademie Baden-Württemberg. Für den Dokumentarfilm „Roaming Around“ (Regie: Brigitte Bertele) erhielt sie 2007 den Deutschen Kamerapreis.

Hauptpreis Bildgestaltung: Hanne Klaas

OLE [Dokumentarfilm, D 2011, 102 Min., Regie: Hanne Klaas]

18 Jahre nach dem Suizid ihres Bruders Ole im Jahr 1991 entscheidet sich Hanne Klaas, diesen Film zu machen – und bricht das Schweigen in der Familie. Die Abwesenheit des Bruders ist noch immer zu spüren – wie geht die Familie mit dem Verlust um? Ole erzählt von Abschied und Trauer – aber auch vom Versuch, loszulassen und Neues zu beginnen.

Aus der Jury-Begründung: „Nicht alles wird sofort beleuchtet. Halbschatten, Dunkelheit, Hochkontrast sind die von Hanne Klaas angewandten Stilmittel. (...) Klar kadriert, präzise Blendenwahl, gezielt beleuchtet. Das macht eine persönliche Geschichte zum Kinoerlebnis.“

Hanne Klaas, 1982 in Siegen geboren, hat ihr Studium der Audiovisuellen Medien/Kamera an der Beuth Hochschule Berlin 2010 mit „Ole“ abgeschlossen. Derzeit studiert sie European Film and Media Studies in Weimar, Lyon und Utrecht.

Lobende Erwähnung Bildgestaltung: Maria Goinda

CARTONERA [D/AR 2009, Dokumentarfilm, 35 Min., Regie: Maria Goinda]

„Cartonera“ zeigt einen Tag aus dem harten Alltag der achtjährigen Marlen und ihrer Geschwister. Jeden Tag fahren sie aus den Vorstadt-Slums in die City von Buenos Aires. Bis weit nach Mitternacht sammeln die Kinder verwertbaren Müll und versuchen, das Überleben der Familie zu sichern. Ein unvorstellbar harter Alltag, aber trotzdem hat Marlen einen Traum.

Aus der Jury-Begründung: „Maria Goinda begleitet das Leben der Kinder mit einer Ruhe und Gelassenheit, die sich in ihrer hervorragenden Handkameraführung äußert. In dieser typisch unkontrollierbaren Dokumentarfilmsituation gelingt es ihr, eine adäquate Bildsprache zu etablieren.“

Maria Goinda, 1977 in Dortmund geboren, studierte Germanistik an der Ruhr-Universität Bochum, absolvierte eine Ausbildung zur Mediengestalterin Bild und Ton und studierte im Fachbereich Design der FH Dortmund Film/Fernsehen. „Cartonera“ ist ihr Diplomfilm.


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