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goEast Festival 2011
goEast Festival 2011
© goEast

Gewinner von goEast 2011 stehen fest

Hauptpreis geht an den russischen Film DER HEIZER

(Pressemitteilung) Feierlich sind am Dienstagabend in Wiesbaden bei goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films die hochdekorierten Preise verliehen worden. Die Hauptpreise gingen an GewinnerInnen aus Russland, Polen, Rumänien und Georgien.

Mit der Vergabe der Preise endete am Dienstagabend, den 12. April die elfte Ausgabe von goEast, veranstaltet vom Deutschen Filminstitut. Die TV-Moderatorin Gabi Bauer führte durch die Preisverleihung in der voll besetzten Caligari FilmBühne. Festivalleiterin Gaby Babić betonte in ihrer Abschlussrede, dass die Neuausrichtung des Programms auf durchweg positive Resonanz gestoßen ist.
Zehn Spiel- und sechs Dokumentarfilme konkurrierten in der vergangenen Woche im Wettbewerb um die vier Hauptpreise. Die unabhängige Jury unter dem Vorsitz des serbischen Regisseurs Želimir Žilnik gab nun ihre Entscheidung bekannt: Der mit 10.000 Euro dotierte ŠKODA-Preis „Die Goldene Lilie“ für den Besten Film, gestiftet von ŠKODA Auto Deutschland, geht an DER HEIZER (Russland 2010) von Alexey Balabanov. Der Regisseur hat ein stilistisch kohärentes und konsistentes Werk geschaffen, das das Genre des Gangsterfilms nutzt, um ein kompromissloses Abbild des modernen Russland und seiner Geschichte zu entwerfen, so die Jury.

Der Gewinner des Dokumentarfilmpreises „Erinnerung und Zukunft“, ebenfalls mit 10.000 Euro dotiert, ist Piotr Stasik mit dem Film DAS ENDE DES SOMMERS (Polen 2010).Die Jury begründet ihre Wahl damit, dass der Dokumentarfilm Fragen der Identität, des Patriotismus, der Vergangenheit und Zukunft artikuliert. Fragen, mit denen sich die junge Generation in einer post-kommunistischen Welt auseinandersetzen muss. Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ ehrt mit dem Preis herausragende Dokumentarfilme, die sich mit der Vergangenheit ihres Herkunftslandes befassen und hierbei Zukunftsperspektiven und Gestaltungsmöglichkeiten aufzeigen.

Den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie (7.500 Euro) erhält der Regisseur Marian Crişan für seinen Beitrag MORGEN (Rumänien, Frankreich, Ungarn 2010). Für die Darstellung der Poesie einfacher menschlicher Beziehungen, für den Respekt und die Liebe, die der Film seinen Figuren entgegenbringt und für das Entdecken von Komik im alltäglichen und oftmals dramatischen Leben, zeichnet die Jury diesen Film aus.

GORELOVKA (Georgien 2010) von Alexander Kviria ist der Gewinner des Preises des Auswärtigen Amts „für künstlerische Originalität, die kulturelle Vielfalt schafft“ (2.000 Euro). Die Jury lobt die meisterliche Darstellung einer Gemeinschaft mit einer einzigartigen Geschichte und einer reichen, vom Verschwinden bedrohten Kultur. Der Film ist ein berührendes und wichtiges Dokument der Dramatik von Migrationprozessen, das das Ringen um die eigene kulturelle Identität in einem fremden Land porträtiert.

Lobende Erwähnung der Jury fanden der Spielfilm AURORA (Rumänien, Frankreich, Schweiz, Deutschland 2010) von Christi Puiu und der Dokumentarfilm KATKA (Tschechische Republik 2010) von Helena Třeštíková.

Eine eigene Jury der FIPRESCI, der internationalen Vereinigung von Filmkritikern- und Filmjournalisten, verleiht jährlich den „Preis der internationalen Filmkritik“. In diesem Jahr ging dieser Preis auch an DER HEIZER (Russland 2010) von Alexey Balabanov.

Zum fünften Mal verlieh die Robert Bosch Stiftung im Rahmen von goEast den Filmförderpreis für Koproduktionen von NachwuchsfilmemacherInnen aus Deutschland und Ländern Osteuropas in den Kategorien Animations-, Dokumentar- und Kurzspielfilm. In der Kategorie Animation geht der Filmförderpreis für Koproduktionen 2011 an das deutsch-russisch-kosovarische Projekt BREAKING NEWS der Produzentinnen Aleksandra Szymanska (Deutschland) und Visar Krusha (Kosovo) und der Regisseurin Alexandra Lukina (Russland) für die hervorragende Zusammenarbeit und für den Versuch, den manipulativen Einfluss der Massenmedien zu entlarven. Preisträger in der Kategorie Dokumentarfilm sind der Regisseur Gabór Hörcher (Ungarn) und die Produzentin Marieke Bittner (Deutschland) mit ihrem Projekt ROMA RALLY. In einer Abenteuergeschichte und auf humorvolle Art und Weise möchte der Regisseur eine universale Geschichte von Menschen erzählen, die gewinnen möchten und müssen. Den Preis in der Kategorie Kurzspielfilm erhalten der Produzent Alexander Wadouh (Deutschland) und der Regisseur Peter Kerek (Rumänien) für PEPSI, weil die Jury überzeugt ist, dass ohne die Kenntnis der Vergangenheit die Gestaltung der Zukunft nicht möglich ist. Mit einer Gesamtsumme von bis zu 210.000 Euro gehört der Filmförderpreis zu den höchst dotierten Auszeichnungen für Nachwuchsprojekte.

Die schon am Samstagnacht bekannt gegebenen Gewinner der Publikumspreise im Hochschulwettbewerb durften am Dienstagabend ihre Preise offiziell in Empfang nehmen. Der Förderpreis der BHF-BANK-Stiftung, dotiert mit 1.500 Euro, für den herausragenden Beitrag einer teilnehmenden osteuropäischen Hochschule geht an THROUGH GLASS (Polen 2009) von Igor Chojna, Student der Hochschule PWSFTViT in Lodz. Ausschlaggebend für die Entscheidung der dreiköpfigen Jury des Hochschulwettbewerbs waren das feine Gespür für die Absurditäten des Alltags und die sprühende, prägnante und pointierte Bildsprache in Kombination mit einem erfrischenden Umgang mit Ton und Musik.

goEast, das zeigt die zurückliegende Festivalwoche, setzt Themen: Das neue kuratorische Konzept und die neue Festivalsektion Beyond Belonging wurde von Publikum und Festivalgästen vielfach gelobt. Neben den filmischen Dramen fanden besonders die tragischen, schwarzhumorigen und skurilen Komödien des diesjährigen Programms großen Anklang.
Das von Dr. Grit Lemke kuratierte goEast-Symposium „Aufmarsch in Bildern – die Neue Rechte im osteuropäischen Film“ bot ein vielseitiges Diskussionsforum: In produktiven und bewegenden Debatten setzten sich Teilnehmende und Gäste mit den filmischen Verhandlungsweisen dieser beunruhigenden gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander.

Bei den traditionellen Filmgesprächen im neuen Festivalzentrum im Gebäude der Wiesbadener Casino-Gesellschaft diskutierten die KünstlerInnen der Wettbewerbsfilme angeregt mit den Anwesenden über ihre Beiträge.
Die vielen Gäste der diesjährigen Matinée kamen mit einem Lächeln aus der Vorführung von I WAS ON MARS (Deutschland 1991) von Dani Levy. Sie hatten sich vom Charme der Hauptdarstellerin Maria Schrader bezaubern lassen, die Dank der Unterstützung von Partner ŠKODA Auto Deutschland die Tragikomödie persönlich vorstellte.
Im Anschluss an die große goEast-Preisverleihung feierten die Filmschaffenden, Gäste und KinobesucherInnen im Kulturpalast gemeinsam zur mitreißenden Musik der Band DI GRINE KUZINE bis in die Morgenstunden das gelungene Festival.

goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films wird von zahlreichen Partnern unterstützt: Hauptförderer sind das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die Landeshauptstadt Wiesbaden, ŠKODA Auto Deutschland, die Robert Bosch Stiftung, die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", die BHF-BANK-Stiftung, die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die Nassauische Sparkasse, die Saalbau GmbH und 3sat.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.filmfestival-goEast.de

Preisträger goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films 2011

DIE JURY
Želimir Žilnik (Serbien, Vorsitzender der Jury)
Vitaly Manskiy (Russland)
Torsten Frehse (Deutschland)
Levan Koghuashvili (Georgien)
Anamaria Marinca (Rumänien)

Die FIPRESCI-Jury
Thomas Rothschild (Deutschland)
Dr. Mateusz Werner (Polen)
Prof. Alexander Yanakiev (Bulgarien)

ŠKODA-Preis „Die Goldene Lilie“ für den Besten Film
KOCHEGAR / DER HEIZER / A STOKER
Russland 2010
Regie: Alexey Balabanov

Dokumentarfilmpreis „Erinnerung und Zukunft“ der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“
KONIEC LATA / DAS ENDE DES SOMMERS / THE LAST DAY OF SUMMER
Polen 2010
Regie: Piotr Stasik

Preis für die Beste Regie der Landeshauptstadt Wiesbaden
MORGEN / MORGEN / MORGEN
Rumänien, Frankreich, Ungarn 2010
Regie: Marian Crişan

Preis des Auswärtigen Amts „für künstlerische Originalität, die kulturelle Vielfalt schafft“
GORELOVKA / GORELOVKA / GORELOVKA
Georgien 2010
Regie: Alexander Kviria

Lobend erwähnt wird:
AURORA / AURORA / AURORA
Rumänien, Frankreich, Schweiz, Deutschland 2010
Regie: Christi Puiu

KATKA / KATKA / KATKA
Tschechische Republik 2010
Regie: Helena Třeštíková

Preis der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI-Preis)
KOCHEGAR / DER HEIZER / A STOKER
Russland 2010
Regie: Alexey Balabanov

Filmförderpreis für Koproduktionen der Robert Bosch Stiftung

JURY
Doris Hepp (Redakteurin arte/ZDF, Deutschland)
Stefan Kitanov (Festivaldirektor Sofia International Filmfestival, Bulgarien)
Matthijs Wouter Knol (Programm Manager Berlinale Talent Campus)
Christine Kopf (Filmexpertin, Deutschland)
Mait Laas (Filmemacher und Künstler, Lettland)
Mirsad Purivatra (Sarajewo Filmfestival, Bosnien und Herzegowina)
Ada Solomon (Filmproduzentin, Rumänien)

Kategorie Animation
BREAKING NEWS
Deutschland, Russland, Kosovo
Regie: Alexandra Lukina
Produktion: Aleksandra Szymanska,
Musik Produktion: Visar Krushna

Kategorie Dokumentation
ROMA RALLY
Deutschland Ungarn
Regie: Gabór Hörcher
Produktion: Marieke Bittner

Kategorie Kurzspielfilm
PEPSI
Deutschland, Rumänien
Regie: Peter Kerek
Produktion: Alexander Wadouh

Preis der BHF-BANK-Stiftung für den besten Beitrag einer osteuropäischen Hochschule

JURY
Rotraut Pape (Professorin, HfG Offenbach)
Andreas Heidenreich (Filmfest Weiterstadt, Darmstadt)
Dirk Fellinghauer (freier Journalist)

PRZEZ SZYBĘ / THROUGH GLASS
Polen 2009
Regie: Igor Chojna
Hochschule: PWSFTViT Lodz

Lobende Erwähnung
OTSNEBA LA SCALAZE / DREAMING OF LA SCALA
Georgien 2010
Regie: Zura Demetreshvili
(Dokumentarfilm)

Publikumspreise des goEast-Hochschulwettbewerbs

Kategorie Dokumentarfilm
AGVISTO 2008 / AUGUST 2008
Georgien 2009
Regie: Anna Cherkezishvili
Hochschule: TAFU Tiflis

Kategorie Animations- und Experimentalfilm
B-1033
Polen 2009
Regie: Paweł Kryszak
Hochschule: PWSFTViT Lodz

Kategorie Kurzspielfilm
PRZEZ SZYBĘ / THROUGH GLASS
Polen 2009
Regie: Igor Chojna
Hochschule: PWSFTViT Lodz



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