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Cowboys and Aliens

Science-Fiction-Western mit Harrison Ford und Daniel Craig

Der Titel sagt eigentlich schon alles. Der Zuschauer weiß genau, dass er an der Kinokasse für einen visuellen Groschenroman bezahlt und zückt das Portemonnaie in der Hoffnung, 118 Minuten gut unterhalten zu werden. Die Handlung ist schnell in einem Satz erzählt: Aliens landen im wilden Westen und alles, was die Erdenbewohner ihnen entgegenzusetzen haben, sind 6-Schuss-Revolver und Dreitagebärte.

Cowboys gegen Aliens gegen Schlümpfe Jon Favreau, der jüngst mit den beiden Iron-Man-Filmen für Furore sorgte, saß bei dem Projekt auf dem Regiestuhl und seine Handschrift ist, im positivsten Sinne, unverkennbar. Auch der Cast kann sich sehen lassen. Neben Daniel Craig und Harrison Ford glänzen auch noch Sam Rockwell, der letztes Jahr in "Moon" überzeugte, und der ewig blasse Paul Dano. Ford und Craig spielen die grimmigen Westernhelden, als wären sie dafür geboren worden und auch sonst weiß die Besetzung, bis hin zu den Kleindarstellern, zu überzeugen. Die Handlung wirkt leider etwas überladen und die Ereignisse überschlagen sich förmlich. Protagonisten werden vorgestellt, mehrere Nebenstränge der Handlung werden etabliert und dann landen natürlich auch noch die Aliens auf der Erde. Einige Kritiker, unter ihnen Roger Ebert, seines Zeichens berühmtester und anerkanntester Filmkritiker der Welt, wünschen sich sogar, der gesamte Teil mit den Aliens wäre auf dem Boden des Schneidetisches gelandet. In seinem Testbericht ging er auf jene Western ein, die in den letzten Jahren produziert wurden ("True Grit", "Rango", "Todeszug nach Yuma") und die allesamt nicht schlecht waren. Doch keiner von ihnen konnte mit einem so erfahrenen Regisseur wie Jon Favreau aufwarten. Einen wirklich tollen Western der alten Schule unter der Regie eines großen Regisseurs - das hätte Ebert gerne gesehen. Auf der anderen Seite sollte man festhalten, dass sich der Film (für einen Mainstream-Hollywood-Streifen) zumindest mal etwas traut und zu keiner Zeit langweilig ist. Zusammenfassend kann man sagen, dass "Cowboys and Aliens" ein etwas überladener Film ist, der dennoch sehr unterhaltsam bleibt. Die Invasion der Außerirdischen verspätet sich hierzulande etwas und wird erst am 25. August in die Kinos kommen. In Amerika liefert er sich gerade ein Box-Office-Duell mit den Schlümpfen. Das findet Harrison Ford übrigens sehr unschlumpfig - in der amerikanischen Talkshow "Conan" riss er einem Plüsch-Schlumpf sogar den Kopf ab. Und was Roger Ebert angeht, bekommt er seinen Wunschfilm ja vielleicht im nächsten Jahr, wenn uns Quentin Tarantino "Django Unchained" beschert. Die Comic-Vorlage Hier noch ein kurzer Testbericht zum Comic: Die 100-seitige "Graphic Novel" funktioniert im Allgemeinen besser als die filmische Adaption. Die Gestaltung der Bilder und der Aufbau der Geschichte ergeben hier eine perfekte Symbiose. Der Verdacht, dass eine solche Geschichte als Comic wohl noch am besten wirkt, hat sich bestätigt. Die Fortsetzung "Cowboys and Aliens: Worlds at War" erschien 2007 via Internet.



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