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24. Internationales Filmfest Braunschweig
24. Internationales Filmfest Braunschweig
© www.filmfest-braunschweig.de

3441 Filme später

Das Internationale Filmfest Braunschweig wird 25!

(Pressemitteilung) Das 25. Jubiläum wird vom 8.-13. November zünftig gefeiert – u.a. mit über 160 Filmen und vielen Gästen. So ist das älteste Filmfestival Niedersachsens mit mehr als 25.000 Besuchern längst auch die größte cineastische Veranstaltung des Bundeslandes.

Gestartet ist das Festival 1987 als "Filmbürgerbewegung", wie es die Braunschweiger nicht ohne Stolz bezeichnen: Zwanzig Hochschulstudenten, Absolventen der Braunschweiger Filmklasse und Mitglieder der „Filmkoop“ hatten sich zusammengefunden, um dem – Zitat – „Kommerz-Schwachsinns-Programm“ der etablierten Kinos etwas entgegenzusetzen. „Wir können es selbst kaum fassen, here it comes: Das 1. Braunschweiger Filmfest!“, freuten sich die Gründerinnen und Gründer. Basisdemokratisch, ehrenamtlich und mit großem Enthusiasmus stellten sie ein Programm zusammen, in dem Hollywoodkino ebenso seinen Platz hatte wie deutsches Autorenkino und DEFA-Filme.

Bis heute ist das Internationale Filmfest Braunschweig ein eingetragener Verein mit dem Ziel, die Filmkultur zu fördern. „Größe, Selbstverständnis und Management des Festivals haben sich im Laufe der Jahre stark verändert“, so Kufahl. Seit 2000 leitet er das Festival und stellte das Programm konsequent europäisch auf. Das Filmfest engagiert sich stark im filmkulturellen Austausch mit Frankreich, richtete zusätzlich zum „Heinrich”-Publikumspreis für europäische Debüt- und Zweitfilme drei neue Wettbewerbe und Festivalpreise ein, baute den Schwerpunkt „Musik und Film” auf und stärkte mit vielen Projekten die Filmvermittlung an das junge Publikum.

Mit dem „European Actors Award“ gelang es, innerhalb von vier Jahren ein neues, für Festival und Öffentlichkeit wichtiges Highlight zu etablieren. „Stars wie Bruno Ganz, Hanna Schygulla, John Hurt und Stellan Skarsgard unterstreichen die europäische Orientierung dieses Festivals”, so Kufahl.

Das erste Festival musste noch mit einem Budget von 66.000 DM auskommen. Gezeigt wurden 80 kurze und lange Filme in 65 Vorstellungen, mit denen die ehrenamtlichen Organisatoren immerhin 6.000 Zuschauer erreichten. 25 Jahre und insgesamt 3.441 Filme später beträgt das Budget das 15-fache, 3 feste Mitarbeiter arbeiten ganzjährig für das Festival, die doppelte Anzahl an Filmen wird präsentiert, und die Besuchermarke hat die 25.000 längst überschritten. 30 Ehrenamtliche engagieren sich u.a. bei der Filmauswahl und den Filmansagen.

Zum Jubiläumsfestival blicken die Festivalmacher nach vorn: U.a. wird sich Kufahl mit anderen Festivalleitern in einer Paneldiskussion über den Bedeutungswandel und den zunehmenden Stellenwert von Filmfestivals austauschen. „Früher reichte es, eine gute Filmauswahl zu präsentieren. Heute leisten Filmfestivals in vielen Städten die filmkulturelle Grundversorgung, halten die Attraktion Kino am Leben und engagieren sich im Bereich der Filmvermittlung, Talentförderung bis hin zu Filmvertrieb und -produktion”, so Kufahl.

Film- und Festivalgeschichte werden in einem Spezialprogramm thematisiert: In der Nähe von Braunschweig entdeckte Festivalleiter Kufahl Anfang des Jahres eine private Filmsammlung. Die Kollektion von über 2.000 Kurz- und Langfilmen aus den Jahren 1916-1992 beinhaltet Werke fast aller großen Regisseure der Filmgeschichte. Das Filmfest Braunschweig wird einige der zum Teil sehr gut erhaltenen Kopien vorstellen. „Wir wollen zum Ende des Zeitalters der 35mm-Kopie eine Lanze für die Erhaltung des Filmmaterials in öffentlichen Filmarchiven brechen“, so Kufahl.

Mit einem cineastischen Stadtrundgang am 28. Oktober erinnert das Filmfest an all jene Spielstätten, an denen es im Laufe von 25 Jahren zu Gast war. Dafür wird das Hamburger Kurzfilmprojekt „A Wall is a Screen” die Fassaden ehemaliger Festivalspielorte bespielen. Start und Endpunkt des Rundgangs wird der einzige Ort, an dem Filmfest-Fans keine sentimentalen Tränen vergießen, sondern die Zukunft fest im Blick haben: Das 2006 geschlossene Universum Filmtheater wurde 2009 nach Umbau und Modernisierung wiedereröffnet – von Kufahl und weiteren fünf Mitgliedern des Braunschweiger Filmfestes.



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